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Eifeler protestieren

Bürgermeister sind gegen Waldverkauf

Von Johannes Puderbach, 25.09.08, 18:15h

Der Erlös soll für den Hochwasserschutz am Rhein verwendet werden. Landtagsabgeordneter Clemens Pick: „Der Verkauf wird keine Nachteile für die Eifel bringen.“

Kreis Euskirchen - Den geballten Protest von sechs Eifeler Bürgermeistern gegen den geplanten Verkauf großer Landeswälder im Kreis Euskirchen mussten sich am Mittwochnachmittag die Landtagsabgeordneten Clemens Pick und Rolf Seel (beide CDU) anhören. Zu dem Treffen im Nettersheimer Rathaus waren neben Hausherr Wilfried Pracht Manfred Ernst (Hellenthal), Ralf Hergarten (Schleiden), Reinhold Müller (Dahlem), Rolf Hartmann (Blankenheim) und Herbert Rademacher (Kall) gekommen. Die Bürgermeister trugen erhebliche Bedenken gegen die Verkaufspläne vor.

Die Rathauschefs berichteten den Landtagsabgeordneten nicht nur von dem heftigen Gegendwind aus der Bevölkerung. Sie bezweifelten auch den wirtschaftlichen Sinn eines Verkaufes. „Das Land will den Forst abgeben, obwohl sich aus dessen Bewirtschaftung schwarze Zahlen ergeben“, sagte der Blankenheimer Bürgermeister Rolf Hartmann. So würden die Eifeler Kommunen niemals ihre Wälder verkaufen, weil man die Einnahmen gut gebrauchen könne.

„Es ist unser Wald“

Die Eifeler Bürgermeister wollten auch Auskunft darüber, für welchen Zweck der erwartete Verkaufserlös von rund 25 bis 30 Millionen Euro verwendet werden soll. Die Naturschutzverbände hatten zuvor erklärt, dass mit diesem Geld Hochwasserschutzmaßnahmen am Rhein finanziert werden sollen. Pick bestätigte diese Darstellung. „Die Vermögenswerte müssen in der Eifel bleiben“, forderte hingegen Wilfried Pracht.

„Das Land hat auch eine Verantwortung für den Wald, denn im Prinzip ist es unser Wald“, sagte Hartmann weiter. Außerdem sei es „befremdlich“, dass die Kommunen erst aus dem Internet von den Verkaufsplänen erfahren hätten. „Das Land hätte vorher Bescheid sagen müssen“, so Hartmann.

„Es gibt eine eindeutige Beschlusslage des Landtages“, verteidigte sich Pick. Nun werde man erst einmal abwarten, welche Kaufangebote eingehen. Dann werde man weitersehen. „Der Verkauf von Jagden kann nicht das Ziel sein“, versicherte der Landtagsabgeordnete. Es sei vielmehr unstrittig, dass die Ziele des Naturschutzes in den betroffenen Gebieten in keiner Weise gefährdet werden dürften. „Auch das Land kann nicht hingehen und enorme Beträge in den Naturschutz stecken und anschließend nicht auf die Einhaltung der Vorschriften achten.“ Pick wörtlich: „Das jetzige Niveau muss erhalten und ausgebaut werden.“

Der Marmagener Landtagsabgeordnete wehrte sich gegen Vorwürfe, den Ausverkauf der Eifel nicht verhindert zu haben. „In den letzten sieben, acht Jahren gab es schon mehrere Anläufe, Wälder im Kreis Euskirchen zu verkaufen.“ Dagegen habe er sich bisher immer erfolgreich gewehrt. Dann versprach er: „Der nun geplante Verkauf wird keine Nachteile für die Eifel bringen.“



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