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Preis von Europa

Köln gibt das Signal zum Aufbruch

Von Patrick Bücheler, 26.09.08, 21:21h

Die Veranstalter des Kölner Renntags versprechen eine Gala beim Preis von Europa. Startrainer Aidan O`Brien schickt sogar drei Pferde. Der Derby-Zweite Ostland unter Andrasch Starke fordert Konkurrenz heraus.

Andrasch Starke
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Reitet in dieser Galoppsaison in überragender Form: Andrasch Starke, hier beim Derby-Sieg auf Kamsin. (Bild: dpa)
Andrasch Starke
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Reitet in dieser Galoppsaison in überragender Form: Andrasch Starke, hier beim Derby-Sieg auf Kamsin. (Bild: dpa)
KÖLN - Viel größer könnte der Symbolcharakter nicht sein, der vom Kölner Renntag rund um den Preis von Europa ausgeht. Nur wenige Tage, nachdem die Vollzugsmeldung eines 30 Millionen-Euro-Investments in den deutschen Galopprennsport verkündet wurde, erinnert die Zehn-Rennen-Veranstaltung am Sonntag auf Weidenpeschs Hippodrom an alte, glorreiche Zeiten des deutschen Turfs, an zahlreiche Rennfeste, die dort gefeiert wurden. Obwohl das Investment und die Besetzung des Renntages, da zeitlich sehr eng zusammenfallend, nicht das geringste miteinander zu tun haben, geht von dem Zusammenspiel dieser beiden Dinge so etwas wie Aufbruchstimmung aus in eine bessere Zukunft des angeschlagenen Turfs, immerhin der älteste organisiert betriebene Sport der Welt.

Es ist dem Kölner Rennverein gelungen, einen Renntag der Extraklasse zusammenzuzimmern im Jahr seines 111-jährigen Bestehens. „Der 45. Europa-Tag verspricht eine Turf-Gala“, heißt es von Rennvereinsseite, und man möchte da in der Tat nicht widersprechen.

Im mit 155 000 Euro ausgestatteten IVG Preis von Europa schickt der aktuell erfolgreichste Trainer der Welt gleich drei Pferde an den Start. Der Ire Aidan OBrien, in diesem Jahr das Maß aller Dinge in den Top-Rennen dieses Sports, möchte ein weiteres Puzzlestück zu seinem großen Saisonziel hinzufügen, das da heißt Weltrekord. 20 Gruppe-I-Rennen, das ist die weltweit höchste Kategorie, hat OBrien in diesem Jahr gewonnen, bei 25 steht die Weltbestmarke des Amerikaners Bobby Frankel aus dem Jahr 2003, und ein Sieg im Europa-Preis würde den irischen Star-Coach ein weiteres Stückchen nach vorne bringen. King of Rome, Bashkirov und Hindu Kush sind die Starter aus Irland, King of Rome ist der beste, aber unschlagbar sind sie allesamt, allen Siegesplänen des Trainers zum Trotz. Ostland, Derbyzweiter hierzulande und mit dem in diesem Jahr in Überform reitenden Andrasch Starke im Sattel, wird allgemein als der Prüfstein für die O"Brien-Rösser angesehen. Als Favoritenschreck gilt der Norweger Appel Au Maitre, eines von insgesamt fünf ausländischen Pferden im Zehnerfeld.

Ist der Europa-Preis schon ein angesichts der Konstellation publikumswirksames Rennen, sind es Prüfungen im Rahmenprogramm ebenso. Fünf der zehn Rennen sind gehobene Klasse. Deutschlands bester Sprinter Abbadjinn startet, der letztjährige Winterfavorit und diesjährige Mehl-Mülhens-Rennen-Sieger Precious Boy ist dabei, die vielleicht besten zwei Jahre alten Stuten des Landes, laufen und im Preis der Spielbank Bad Neuenahr mit insgesamt sechs französischen und einer englischen Stute schließlich gibt es eine ganze Ansammlung prominenter Besitzer, die eine Stute an den Start schicken: Scheich Mohammed al Maktoum, der Herrscher in Dubai beispielsweise, oder auch der Aga Khan.

Das alles hätte nicht besser sein können am ersten deutschen Renntag nach Fixierung des Millionen-Invests. Engelbert Halm, Chefmanager des Turfs, sagt: „Der Vertrag mit den Investoren ist für die Zukunft des Turfs in Deutschland von epochaler Bedeutung.“ Neben Geld soll vor allem auch erweitertes Know-how Einzug halten. Know-how darüber, wie der Rennsport an Wetten, die auf seine Ereignisse getätigt werden, endlich wieder vollumfänglich partizipieren kann. Abflüsse von Wettgeld in Internet-Kanäle und Steueroasen sind die Hauptursache der wirtschaftlichen Probleme, denen nun entgegengewirkt werden soll.



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