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Regress-Schutz

Gütesiegel für sicheren Karneval

Von Anja Katzmarzik, 29.09.08, 19:16h, aktualisiert 29.09.08, 20:00h

Das Festkomitee warnt vor Ärger, der auf Karnevalsvereine zukommen kann, sollte auf deren Sitzung jemand verletzt werden. Freiwillig sollen sich Saal-Betreiber - auch Schulen und Kneipen - zertifizieren lassen und nach einer Begutachtung das Gütesiegel „Sicherer Karneval“ erwerben.

Schwul-lesbischer Karneval
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Karnevalsvereine sollten vorbeugen, dass sie wegen eines möglichen Unfalls auf ihrer Sitzung regresspflichtig werden. (Archivbild: Grönert)
Schwul-lesbischer Karneval
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Karnevalsvereine sollten vorbeugen, dass sie wegen eines möglichen Unfalls auf ihrer Sitzung regresspflichtig werden. (Archivbild: Grönert)
Braunsfeld - Zur Sicherheit ihrer jecken Besucher und ihrer eigenen Sicherheit, juristisch gesehen, appelliert das Festkomitee Kölner Karneval vor Beginn der neuen Session an die Karnevalsvereine, auf das Kleingedruckte in Verträgen mit Saalbetreibern und Vermietern von sonstigen Räumen zu achten.

Mit einer Aufklärungskampagne erinnert die Gesamtinteressenvertretung die mehr als 100 ihr angeschlossenen Gruppen daran, dass ab einer Teilnehmerzahl von 200 Personen oder mit einer begehbaren Fläche ab 200 Quadratmetern aufwärts die Versammlungsstättenverordnung unbedingt einzuhalten ist. Sonst drohen bei möglichen Verletzungen aufgrund von mangelnder Sicherheit hohe Schadensersatzforderungen.

Manch ein Betreiber versuche die Vereine als Veranstalter im Vertrag mit in die Haftung zu nehmen. Dies sei auch zulässig - nur muss dann auch vom Verein eine entsprechend geschulte „sachkundige Aufsichtsperson“ vor Ort sein. Solche Klauseln sollten nicht unterschrieben, sondern gestrichen werden, rät Festkomitee-Vizepräsident und Justitiar Joachim Wüst. „Das muss Aufgabe des Betreibers sein.“

Für Profiveranstaltungsstätten wie die Räume und Säle von Köln-Kongress sei das kein Thema, versichert dessen Chef Bernhard Conin. Köln-Kongress (Gürzenich, Flora, Tanzbrunnen, Congresssaal) stellt die Aufsichtsperson, die etwa für freie Rettungswege und zu sichernde Bühnentechnik verantwortlich zeichnet, gleich mit.

Kleine Vereine besonders betroffen

„Es trifft mal wieder die kleinen Vereine in weniger professionellen Sälen“, bedauert Wüst. „Die sind oft ahnungslos und haben als Vereinsvorstand nicht mal eine Haftpflichtversicherung.“ Conin sieht die Gefahr vor allem in Schulen und Kneipen. „Da werden manchmal überhaupt keine Fluchtwege freigehalten“, weiß er von Auftritten des Kinderdreigestirns. Hier müssten Hausmeister zu Sachkundigen fortgebildet werden. „Das sollte für Schulen ohnehin Standard sein.“ Aber auch Bühnentechnik, die schnell auf- und wieder abgebaut werde, sei oft nur unzureichend gesichert. Eine Schulung kostet zwischen 350 und 600 Euro.

Zur Etablierung des für viele immer noch neuen Sicherheitsgedankens - die Verordnung stammt aus dem Jahr 2006 - kooperiert das Festkomitee mit der Spezialfirma „Gemeinschaft für veranstaltungsbezogene Weiterbildung und Dienstleistungen“, um mit Betreibern wie Vereinen eine einvernehmliche Lösung zu finden. Der neue offizielle Sicherheitsberater des Festkomitees Olaf Jastrob bietet Weiterbildungen und Beratung an. Mit ihm wurde auch ein freiwilliges Gütesiegel entwickelt. Nach Zahlung von 1.250 Euro (ohne Mehrwertsteuer) und einer Begehung durch einen Sachverständigen können Veranstaltungsorte so das Zertifikat „Sicherer Karneval“ erwerben.



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