Von Frank-Uwe Orbons, 30.09.08, 16:47h
Auch diesmal mussten noch zusätzliche Plätze geschaffen werden, da die Nachfrage groß war. Geboten wurde eine Musik, die man nach allen Regeln der Jazzkunst von Ambient über Mood bis zu New Jazz und Modern Jazz und Weltmusik durchdeklinieren könnte. Wichtiger aber als jegliche Katalogisierung an diesem Abend war der wunderbare Fluss der Musik. Und das in einer der schwierigsten Kammermusikformationen übehaupt, dem Jazztrio mit rein melodieführenden Instrumenten.
Hervorragende Beherrschung der InstrumenteWas sich in der soliden Eingangsnummer „Chez Henri“ bereits andeutete, ließ den ganzen Abend nicht nach: das Zusammenspiel der drei Musiker Johannes Lemke (Saxofon), André Nendza (Bass und Bass-Schlitztrommel) und Christoph Hillmann (Schlagzeug, Daumenklavier) könnte kaum besser sein. Zudem beherrschen die Musiker ihre Instrumente so hervorragend, dass sie auch die heikelsten Passagen traumwandlerisch meistern.
Es macht einfach Spaß, Schlagzeuger Christoph Hillmann beim Spiel der exzentrischen Rhythmen zuzuschauen. Sein variables Schlagzeugspiel ist über jeden Zweifel erhaben und heizt das Kollektiv mit vertrackten Patterns an. Auch die Dynamik ist so differenziert eingesetzt, dass Hillmann nie forcieren muss.
Unterstützung findet er dabei in den ausgeklügelten Begleitungen von Nendzas Bass, während Lemke mehr den introvertierten Part auf dem Saxofon gibt. Überhaupt merkt man diese Züge auch den Kompositionen an, die von jedem der Musiker beigesteuert werden. Von der Gruppenimprovisation über das Solo bis zum Tutti spielte ein Trio, das nicht nur miteinander sondern aufeinander zu spielt.
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