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Leichlinger Obstmarkt

Händler fordern mehr Früchte

Von Stefan Andres, 05.10.08, 18:32h

Der Leichlinger Obstmarkt erfreut sich großer Beliebtheit - doch für die Händler reicht das nicht. Viele sind der Überzeugung, dass sich etwas ändern muss.

Obstmarkt
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Champignonhändlerin Monika Marseille wünscht sich mehr Kollegen. (Bild: Ralf Krieger)
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Champignonhändlerin Monika Marseille wünscht sich mehr Kollegen. (Bild: Ralf Krieger)
Leichlingen - Reges Treiben herrscht am Samstag bei ansprechendem Herbstwetter auf dem 10 000 Quadratmeter großen Gelände. Für Josef und Dorothea Becker aus Opladen ist alles in bester Ordnung: Sie besuchen den Markt seit drei Jahren regelmäßig, für sie ist der Obstmarkt so, wie er ist, perfekt: „Das Konzept ist gut“, die beiden wollen die Bauberatung und den Waffelstand genauso wie die Obststände. Von einem Umzug des Obstmarkts in die Innenstadt, wie er von manchen diskutiert wird, halten sie nichts: „Dann wäre es nicht mehr der Obstmarkt.“ Sie weiß: „Viele stören sich an Parkgebühren und Eintritt“, er ergänzt: „Ohne das wären es sicher doppelt so viele Besucher.“

Dennoch gibt es viele, die der Überzeugung sind, dass sich beim Obstmarkt etwas ändern muss. „Irgendwas muss passieren“, erklärt etwa Obsthändler Thomas Conrads: „Wir müssen versuchen, noch mehr Leute anzulocken.“ Für ihn als Händler rechne sich der Aufwand, am Obstmarkt teilzunehmen, nämlich „absolut nicht“. Ein „Event“ müsse her, „vielleicht so eine Art Oktoberfest“. Das locke Leute und dann auch wieder mehr Händler. Ob ein privater Investor, wie es diskutiert wird, anstelle der Stadt mehr reißen könne, weiß er nicht: „Die Stadt macht das im Rahmen ihrer Möglichkeiten sehr gut.“ Und von einem Umzug ins Zentrum hält auch er nichts: „Die Infrastruktur hier ist schon sehr gut.“

Champignonhändlerin Monika Marseille würde es begrüßen, wenn sich wesentlich mehr Kollegen an dem Markt beteiligten, um mit noch mehr Vielfalt auch mehr Leute anzulocken: „Das geht letztlich über niedrigere Standgebühren“, ist sie überzeugt. Auch Obstbauberater Hartmut Brückner, der eine reiche Auswahl alter Apfelsorten, von Krügers Dickstiel bis zum Schönen aus Boskoop, anbietet, würde gerne mehr Obst- und Gemüseanbieter sehen. Er ist nicht glücklich mit der jetzigen Angebotsvielfalt: „Ich sitze hier zwischen Käse und Wurst“, verweist er auf die benachbarten Stände, „und ob jetzt Textilien oder Bauberatung hierher gehören, weiß ich auch nicht.“ Besucherin Anne Giese ist mit ihrem Mann aus Solingen angereist und hat sogar Besuch aus Nürnberg mitgebracht. „Wir besuchen den Obstmarkt seit fünf Jahren regelmäßig“, Standort und Anbindung mit dem Pendelbus seien sehr gut. Aber auch sie würde es begrüßen, wenn der Obstmarkt seinem Namen noch mehr Ehre machte. Sie verweist spitz auf das Leichlinger „Bratapfelfest“, bei dem es nur einen einzigen Bratapfelstand gebe: „Das ist schade!“

Isabelle Rauen und Thomas Lesch, beide 20, sind erst kürzlich nach Leichlingen gezogen, in unmittelbare Nähe des Marktes. Den Obstmarkt kannten sie vorher nicht, der Trubel vor ihrer Haustüre hat sie aber immerhin neugierig gemacht und sie zu einem Spaziergang mit ihren Eltern, die zu Besuch waren, animiert. Ihr Fazit: „Nicht schlecht, wirklich nett. Aber nichts, wo wir unbedingt gewesen sein müssten. Viele ältere Leute, aber irgendwas fehlt.“ Immerhin: Champignons nehmen sie mit Heim.

Am Ausgang befragt die Stadt als Ausrichter die Besucher: Franz Werner Cramer sammelte die Stimmen mit Kollegen: „Viele wünschen sich ein größeres Obst- und Gemüseangebot, einige mehr Tiere.“ Parksituation und Eintritt von 2,50 Euro würden aber positiv bewertet, „90 Prozent kommen wieder.“



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