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Digitales Grab

Fotoserie erinnert an Verstorbene

Von Roland Schriefer, 09.10.08, 22:32h

Auf dem Friedhof in Ensen- Westhoven steht das erste digitale Grabmal. Der etwa zwölf mal 20 Zentimeter große Bildschirm kann in alle gängigen Materialen eingelassen werden und zeigt Fotos der Verstorbenen.

Christine Lück
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Auf dem Bildschirm Fotos von Christine Lück. (Bild: RS)
Christine Lück
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Auf dem Bildschirm Fotos von Christine Lück. (Bild: RS)
Porz - Grabsteine in Marmor, Granit, mit Goldschrift, manchmal mit in Stein eingelassenen Bildern der Verstorbenen, mit Engeln oder einfach nur schlichte Holzkreuze - so sahen bisher Gräber auf deutschen Friedhöfen aus. Das ist in Köln seit heute anders. Denn auf dem kleinen Friedhof in Ensen-Westhoven an der Kölner Straße wurde jetzt das erste digitale Grabmal fertiggestellt. Herzstück dieser zukunftsweisenden Möglichkeit, sich an einen verstorbenen Angehörigen zu erinnern, ist ein etwa zwölf mal 20 Zentimeter großer Bildschirm. Er ist in ein fest in der Erde eines Familiengrabs verankertes Apfelbaumblatt aus Edelstahl eingelassen. Wenn der Bildschirm aktiviert wird, das heißt: an einen Akku angeschlossen ist, beginnt eine Diaschau mit Bildern aus dem Leben von Christine Lück, die hier vor zwei Jahren ihre ewige Ruhe gefunden hat.

Töne nicht erlaubt

Eine sogenannte „Digigrabplatte“ kann neben Fotografien auch jede andere Art der Information und Erinnerungen an die Toten wiedergeben. „Texte, Filme, alles ist möglich, nur Töne sind auf deutschen Friedhöfen nicht erlaubt“, sagt Friedhofsgärtner Michael Königsfeld, der Neffe von Christine Lück. Ihr Grabmal hat Carsten Glaser aus Münster entworfen. Er hat es mit einem Speicher für etwa 20 Fotografien ausgerüstet. „Sechs Minuten dauert die Bilderschau damit“, erklärt er. Mehr Speicherkapazität sei aber durchaus möglich. Die Energie für die Digigrabplatte kommt aus einem Akku, eine Solarzelle sei aber ebenfalls möglich. Auch der Gestaltung sind kaum Grenzen gesetzt. „Ich kann den Bildschirm aus bruchsicherem Glas in alle gängigen Materialien, in Marmor, Stein und wie hier in Edelstahl, einlassen“, sagt Glaser. Ein digitales Grabmal müsse natürlich wie jedes andere von der jeweiligen Friedhofsverwaltung genehmigt werden, klärt Königsfeld auf. Im Falle des Grabmals für seine Tante hätte sich die Kölner Friedhofsverwaltung aber durchaus aufgeschlossen gezeigt.



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