Von Rüdiger Heimlich, 12.10.08, 17:45h, aktualisiert 12.10.08, 19:34h
Endlich spricht da mal einer von Gewicht den Zuschauern - und auch vielen Fernsehmachern - aus den Herzen. Und Elke Heidenreich zieht mit masochistischer Lust gegen die eigene Branche vom Leder. Vielleicht wird dieser Gala-Abend ja TV-Geschichte schreiben, weil da eine längst überfällige Debatte vor großem Publikum eingefordert wird: Wir brauchen ein anderes Fernsehen!
Natürlich haben viele der in Köln Ausgezeichneten eine solch pauschale Abfuhr nicht verdient. Immerhin sind darunter Fernsehmacher, die seit Jahren hervorragende Arbeiten abliefern. Und nicht wenige lassen diese groteske Gala-Prozedur nur mit zusammengebissenen Zähnen über sich ergehen, weil sie es sich nicht leisten können, ihren Arbeitgebern eine Abfuhr zu erteilen.
Wenn Marcel Reich-Ranicki sich einschränkend bei Arte, 3sat und Phönix für ansprechende Fernsehabende bedankt, dann muss auch gesagt werden, dass viele dieser Sendungen wenig später im Ersten oder im Zweiten zu sehen sind. Man muss sie dort nur finden.
Und genau das führt zum Kern der Malaise: ARD und ZDF reservieren ihre besten Sendezeiten für Belanglosigkeiten. Die wichtigen gesellschaftspolitischen Themen und Debatten werden in Programmnischen abgedrängt oder finden gar nicht statt. Es herrscht ein stupides Quoten-Denken und es fehlt an Mut, dagegen zu programmieren. All das schreiben TV-Kritiker seit Jahr und Tag - ohne Wirkung. Es muss also erst einer wie Marcel Reich-Ranicki sagen: Hört auf mit dem Blödsinn!
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Gala in Köln: Reich-Ranickis Generalabrechnung
ein bißchen wie Rudi Völler und drei Weizenbier
13.10.2008 | 13.21 Uhr | Fahrgast_9
Ein bißchen erinnert mich das Ganze an den Ausbruch von Rudi Völler nach einem vermeintlich nicht erfolgreichen Länderspiel der Deutschen…
Blödsinn bei ÖR exclusiv?
12.10.2008 | 23.20 Uhr | Jan P
Reich-Ranicki’s Auftritt findet 100% Beifall (sogar die Rechten klatschen). Nun gut. Heidenreich, die in ihren Äußerungen viele interne Missstände…
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