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Flache Show

Reich-Ranicki zum Wegzappen

Von Tobias Peter, 18.10.08, 00:39h, aktualisiert 18.10.08, 00:43h

Das Gespräch zwischen Marcel Reich-Ranicki und Thomas Gottschalk blieb ohne Ergebnis. Die noch spannendsten Erkenntnisfortschritte: Reich-Ranicki kann Helge Schneider und Atze Schröder nicht auseinanderhalten. Und: Gottschalk und der Kritiker duzen sich jetzt.

Reich-Ranicki Gottschalk
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Marcel Reich-Ranicki im Gespräch mit Thomas Gottschalk. (Bild: ZDF/Carmen Sauerbrei)
Reich-Ranicki Gottschalk
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Marcel Reich-Ranicki im Gespräch mit Thomas Gottschalk. (Bild: ZDF/Carmen Sauerbrei)
Man stelle sich vor, einer der kritischsten Köpfe im Land bekommt eine Audienz beim König in Aussicht gestellt. Dann aber kneift der Herrscher und schickt allein den Hofnarren vor, damit der mit dem lästigen Störenfried unverbindlich plaudert.

Ganz genau so ist es Marcel Reich-Ranicki widerfahren. Der Literaturkritiker hatte der versammelten TV-Branche beim „Deutschen Fernsehpreis“ die Leviten gelesen, ihre Arbeit in einem Wutausbruch als „Blödsinn“ beschimpft. Doch die Könige des deutschen Fernsehens, die Intendanten und Senderchefs, stellten sich nicht. Stattdessen musste Reich-Ranicki allein mit Thomas Gottschalk diskutieren.

Das Ergebnis: ein Gespräch ohne Ergebnis. Thomas Gottschalk war allein deshalb kein spannender Gesprächspartner, weil er die immer selbe Ausrede stur herunterbetete. Intelligenteres Programm seien angesichts des Quotendrucks nicht drin: „Wir versuchen, was geht. Aber wir wissen, dass wir keinen Erfolg haben.“

Reich-Ranicki wiederholte Kritik

Marcel Reich-Ranicki rächte sich an den Intendanten auf seine eigene Weise. Zum einen wiederholte er mehrfach seine Kritik, diese strengten sich nicht genug an, ein kluges Programm zu liefern. Zum anderen tat er dies mit so wenig Leidenschaft, dass so mancher Zuschauer während der Sendung weggezappt haben dürfte. Hatte er den Fernsehpreis noch mit seinem furiosen Auftritt geadelt, tat er den Programmmachern diesen Gefallen diesmal nicht. Stattdessen redete er gediegen über die Unterhaltungskünste Brechts: „Der wäre der richtige fürs Fernsehen.“

Die noch spannendsten Erkenntnisfortschritte: Marcel Reich-Ranicki kann Helge Schneider und Atze Schröder nicht auseinanderhalten. Und: Gottschalk und der Kritiker duzen sich jetzt. Eine flache Sendung, die Reich-Ranickis eigenen Ansprüchen kaum gerecht worden sein dürfte.



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