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Teurer Ausstieg

ARD müsste besser aufpassen

Erstellt 17.10.08, 22:08h, aktualisiert 17.10.08, 22:09h

Der angekündigte Abschied von den umfangreichen Live-Übertragungen der Tour de France von ARD und ZDF stößt international nur bedingt auf Verständnis. Zudem könnte der Ausstieg aus der Übertragung teuer werden.

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Ein Fahrzeug der deutschen Sendeanstalten ARD und ZDF vor dem Pressezentrum der Tour de France 2007.
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Ein Fahrzeug der deutschen Sendeanstalten ARD und ZDF vor dem Pressezentrum der Tour de France 2007.
Der öffentlich-rechtliche Sender France Télévision wird auch im kommenden Jahr wie gewohnt von der Tour im eigenen Land berichten. „Die ARD hat einen Anti-Doping-Kampf verlangt und empört sich, wenn gedopte Fahrer entlarvt werden“, kritisiert der Tour-Veranstalter ASO (Amaury Sports Organisation) die Entscheidung von ARD und ZDF.

Schon im Vorfeld der Entscheidung hatte es reichlich Zoff unter den öffentlich-rechtlichen Sendern gegeben. Noch im September hatten die ARD-Intendanten sich nicht zu einer einvernehmlichen Position durchringen können. Entscheidend dürfte unterm Strich sein, ob ARD und ZDF nun innerhalb des rechtsverbindlichen Vertrages mit der ASO nach einer tragfähigen Ausstiegsklausel suchen oder darauf pochen, dass durch die gesunkene Wertigkeit der Gesamtveranstaltung die Geschäftsgrundlage entfallen sei. Das könnte zur Folge haben, dass für Rechte bezahlt werden muss, die ARD und ZDF nicht verwerten wollen.

Das wiederum deutet darauf hin, dass schon im Vorfeld der Vertragsverhandlungen nicht alle Eventualitäten in Betracht gezogen wurden. „Wer nicht aufgepasst hat, ist die ARD“, lautet das nüchterne Fazit von Fritz Pleitgen. Der zum Jahresende scheidende Präsident der EBU (European Broadcasting Union) weist den Vorwurf zurück, dass er die Verträge mit der ASO voreilig unterschrieben habe. Vielmehr hätten ARD und ZDF schon im Januar verbindliche Gebote zum Rechte-Erwerb abgegeben und sich für härtere Doping-Klauseln eingesetzt, die im Zuge harter Verhandlungen auch durchgesetzt werden konnten. Aus der Sicht des ehemaligen WDR-Intendanten wirft der jetzige Kurswechsel der Sender nun auch Fragen nach der Verlässlichkeit und Vertragstreue der deutschen Partner im Rahmen der EBU auf.(RB)



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