Von Julia Groth, 21.10.08, 21:15h
Die Sandwich-Kette steht in dem Ruf, die Franchise-Nehmer mit ihren Problemen allein zu lassen. Im Deutschen Franchise-Verband (DFV) ist Subway zwar seit 2002 assoziiertes Mitglied. Die Vollmitgliedschaft wird der Kette aber bisher verweigert. Um vollwertiges DFV-Mitglied zu werden, muss ein Unternehmen seinen Franchise-Partnern einen fairen Vertrag und ausreichende Erstinformationen nach DFV-Standards zur Verfügung stellen. Auch die Organisation und die Leistungen der Zentrale bewertet der Verband, ebenso die Zufriedenheit der Franchise-Nehmer.
„Subway hat von uns Hausaufgaben bekommen, etwas zu verändern“, sagt DFV-Geschäftsführer Torben Leif Brodersen. Genauer will er nicht werden. Im vergangenen Jahr, beim bisher vorletzten Versuch, die Vollmitgliedschaft zu bekommen, hakte es daran, dass mehr als die Hälfte der Franchise-Nehmer unzufrieden mit den Leistungen der Zentrale war. „Es ist schon viel passiert“, bemüht sich Brodersen heute um Optimismus. „Man ist bereit, dazuzulernen.“
Kein Gebietsschutz, keine ErtragsprognosenSubway gelobte zwar Besserung, doch für Verärgerung unter Interessenten sorgte erst im Juni eine deutliche Erhöhung der Lizenzgebühr. Statt 10.000 US-Dollar sind nun 10.000 Euro fällig - beim derzeitigen Dollarkurs ein Plus von mehr als 3.000 Euro. Schwierig für Franchise-Nehmer ist zudem vor allem, dass die Zentrale ihnen keinen Gebietsschutz gewährt. Wer ein Subway-Restaurant eröffnet, kann nie sicher sein, dass nicht ein Konkurrent eine weitere Filiale gleich nebenan aufmacht. „Gebietsschutz würde die rasche Expansion und damit das Erreichen der strategischen Wachstumsziele erheblich behindern“, begründet Subways Deutschland-Chef Marco Wild dieses Vorgehen. Wenn im Umkreis von zehn Kilometern ein neues Subway-Restaurant eröffne, könnten etablierte Franchise-Nehmer immerhin Widerspruch einlegen. Die letzte Entscheidung, ob ein Franchise-Williger das gewünschte Restaurant bekommt, liegt bei der Zentrale. Diese verpflichtet die Lizenznehmer auch dazu, Rohwaren nur von bestimmten Lieferanten zu beziehen.
Gute Standorte sind begehrt unter den Lizenznehmern. 12,5 Prozent ihres Umsatzes müssen die Filialenbetreiber monatlich an die Zentrale geben. Wie viel Gewinn ihr Restaurant im Monat abwerfen wird, können Neueinsteiger im Voraus kaum einschätzen. Eine Ertragsvorschau könnte falsche Erwartungen wecken, so Wild. Deshalb liefert Subway erst gar keine. Auch Standortanalysen werden angehenden Filialleitern nicht ausgehändigt. „Die Wirtschaftlichkeit eines Restaurants hängt vor allem von der Betreiberqualität des Franchisenehmers ab“, sagt Wild.
Zwei Wochen Trainingszeit für NeueinsteigerDie Qualifikationsmaßnahmen für Nachwuchs-Lizenznehmer sind bei Subway allerdings deutlich geringer als etwa bei McDonald's. Während die angehenden Restaurantleiter dort etwa acht bis zwölf Monate die Schulbank drücken, soll bei Subway eine zweiwöchige Fortbildung fit machen für die Gastronomie. „Das Training bedeutet für die Franchisepartner nicht ein Jahr lang Lohnverzicht trotz Vollzeit-Arbeit“, verteidigt Wild den Kurs.
Trotz 15.000 Interessenten pro Jahr hat Subway im Jahr 2006 das vorläufige Deutschland-Ziel von 1.500 Filialen von 2010 auf 2011 verschoben. „Dafür haben wir ambitioniertere Ziele für Umsatzentwicklungen festgelegt“, sagt Wild. Für dieses Jahr erwartet Subway im Inland 200 Millionen Euro Umsatz, das wären 58 Millionen mehr als 2007. Zum Gewinn macht das Unternehmen keine Angaben. Ob die Lizenznehmer damit zufrieden sind? Das betrifft Wild bald nicht mehr. Er wechselt im Dezember zum Küchen-Hersteller Nobilia.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
Beratung für Ihre Existenzgründung
Epson Tinten – HP Toner kaufen