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Weniger Wachstum

Subway backt kleinere Brötchen

Von Julia Groth, 21.10.08, 21:15h

Der US-Sandwichkette will in drei Jahren mehr Filialen in Deutschland bieten als McDonald's. Zuerst war dieses Ziel für 2010 angepeilt. Doch die Unternehmenspolitik ist umstritten: Franchisenehmer erhalten keinen Gebietsschutz; die Lizenzgebühr für Neueinsteiger wurde gerade deutlich erhöht.

Fordwerke in Köln
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Produktion des neuen Fiesta bei den Ford-Werken in Köln. (BILD: WE)
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Produktion des neuen Fiesta bei den Ford-Werken in Köln. (BILD: WE)
KÖLN - Mitten in der Kölner Innenstadt, am Friesenplatz, sitzt die deutsche Zentrale eines der ehrgeizigsten Unternehmen der Fast-Food-Branche: der Sandwich-Kette Subway. Bis 2011 will Subway hierzulande die Zahl seiner Filialen von fast 700 auf 1.500 steigern. Das wären etwa 200 Filialen mehr, als McDonald's derzeit in Deutschland betreibt. Weltweit ist Subway mit 30.000 Filialen hinter McDonald's bereits die Nummer zwei. Seine Franchise-Politik beschert Subway allerdings häufig negative Publicity.

Die Sandwich-Kette steht in dem Ruf, die Franchise-Nehmer mit ihren Problemen allein zu lassen. Im Deutschen Franchise-Verband (DFV) ist Subway zwar seit 2002 assoziiertes Mitglied. Die Vollmitgliedschaft wird der Kette aber bisher verweigert. Um vollwertiges DFV-Mitglied zu werden, muss ein Unternehmen seinen Franchise-Partnern einen fairen Vertrag und ausreichende Erstinformationen nach DFV-Standards zur Verfügung stellen. Auch die Organisation und die Leistungen der Zentrale bewertet der Verband, ebenso die Zufriedenheit der Franchise-Nehmer.

„Subway hat von uns Hausaufgaben bekommen, etwas zu verändern“, sagt DFV-Geschäftsführer Torben Leif Brodersen. Genauer will er nicht werden. Im vergangenen Jahr, beim bisher vorletzten Versuch, die Vollmitgliedschaft zu bekommen, hakte es daran, dass mehr als die Hälfte der Franchise-Nehmer unzufrieden mit den Leistungen der Zentrale war. „Es ist schon viel passiert“, bemüht sich Brodersen heute um Optimismus. „Man ist bereit, dazuzulernen.“

Kein Gebietsschutz, keine Ertragsprognosen

Subway gelobte zwar Besserung, doch für Verärgerung unter Interessenten sorgte erst im Juni eine deutliche Erhöhung der Lizenzgebühr. Statt 10.000 US-Dollar sind nun 10.000 Euro fällig - beim derzeitigen Dollarkurs ein Plus von mehr als 3.000 Euro. Schwierig für Franchise-Nehmer ist zudem vor allem, dass die Zentrale ihnen keinen Gebietsschutz gewährt. Wer ein Subway-Restaurant eröffnet, kann nie sicher sein, dass nicht ein Konkurrent eine weitere Filiale gleich nebenan aufmacht. „Gebietsschutz würde die rasche Expansion und damit das Erreichen der strategischen Wachstumsziele erheblich behindern“, begründet Subways Deutschland-Chef Marco Wild dieses Vorgehen. Wenn im Umkreis von zehn Kilometern ein neues Subway-Restaurant eröffne, könnten etablierte Franchise-Nehmer immerhin Widerspruch einlegen. Die letzte Entscheidung, ob ein Franchise-Williger das gewünschte Restaurant bekommt, liegt bei der Zentrale. Diese verpflichtet die Lizenznehmer auch dazu, Rohwaren nur von bestimmten Lieferanten zu beziehen.

Gute Standorte sind begehrt unter den Lizenznehmern. 12,5 Prozent ihres Umsatzes müssen die Filialenbetreiber monatlich an die Zentrale geben. Wie viel Gewinn ihr Restaurant im Monat abwerfen wird, können Neueinsteiger im Voraus kaum einschätzen. Eine Ertragsvorschau könnte falsche Erwartungen wecken, so Wild. Deshalb liefert Subway erst gar keine. Auch Standortanalysen werden angehenden Filialleitern nicht ausgehändigt. „Die Wirtschaftlichkeit eines Restaurants hängt vor allem von der Betreiberqualität des Franchisenehmers ab“, sagt Wild.

Zwei Wochen Trainingszeit für Neueinsteiger

Die Qualifikationsmaßnahmen für Nachwuchs-Lizenznehmer sind bei Subway allerdings deutlich geringer als etwa bei McDonald's. Während die angehenden Restaurantleiter dort etwa acht bis zwölf Monate die Schulbank drücken, soll bei Subway eine zweiwöchige Fortbildung fit machen für die Gastronomie. „Das Training bedeutet für die Franchisepartner nicht ein Jahr lang Lohnverzicht trotz Vollzeit-Arbeit“, verteidigt Wild den Kurs.

Trotz 15.000 Interessenten pro Jahr hat Subway im Jahr 2006 das vorläufige Deutschland-Ziel von 1.500 Filialen von 2010 auf 2011 verschoben. „Dafür haben wir ambitioniertere Ziele für Umsatzentwicklungen festgelegt“, sagt Wild. Für dieses Jahr erwartet Subway im Inland 200 Millionen Euro Umsatz, das wären 58 Millionen mehr als 2007. Zum Gewinn macht das Unternehmen keine Angaben. Ob die Lizenznehmer damit zufrieden sind? Das betrifft Wild bald nicht mehr. Er wechselt im Dezember zum Küchen-Hersteller Nobilia.



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