Von Frank Olbert, 22.10.08, 21:45h, aktualisiert 22.10.08, 22:01h
Möglich wurde die Umgestaltung des Foyers durch das finanzielle Engagement der Stifter, die rund 200 000 Euro für die Maßnahme ausgegeben haben. Sie ist das zweite sichtbare Zeichen des Wirkens, mit dem der Stifterrat das Museum unterstützt: Rechnet man den Stiftersaal hinzu, so stecken bislang 1,7 Millionen Euro aus bürgerschaftlicher Anstrengung in dem Bau - weitere Geldsummen liegen zum Abruf bereit.
Vordringlich hat der Kölner Designer Michael Kaune darauf geachtet, dem Besucher die Orientierung zu erleichtern und die Anlaufstationen des Foyers zu bündeln. Verteilten sich vordem Informationsschalter, Kasse und Garderobe im Raum, so finden sich diese nun an einer gemeinsamen Theke zwischen Haupteingang und dem Zugang zu den Ausstellungsräumen. Kaune ist für das gesamte Corporate Design des „Wallraf“ zuständig; die Um- und Neugestaltung des Foyers, das bereits bei der Verleihung des Theodor-Wolff-Preises für Zeitungsjournalisten genutzt wurde, stieß bei dieser Gelegenheit auf positive Resonanz.
Im Mittelpunkt des Foyers steht die neue Lounge, geschmackvoll möbliert mit Eames-Stühlen und Chesterfield-Sofas. Die Besucher können an kleinen Tischen Platz nehmen und sich durch eine Bar bewirten lassen - Wandbespannungen und farbige Stoffe sorgen dafür, dass die klaren Linien des Ungers-Baus sich verbinden mit kleinteiligeren Elementen. Den grundsätzlichen, eher auf Nüchternheit zielenden Ansatz des Architekten indes nicht zu übertönen, dies war ein Hauptanliegen Kaunes und des Museumsdirektors Andreas Blühm.
Neue Lounge mit Eames-Stühlen und Chesterfield-Sofa
Blühm war es, der die Initiative für den Umbau ergriffen hatte. Anlässlich des Empfangs gab Blühm zu verstehen, dass von der ersten Idee einer neuen Präsentation des Eingangsbereichs bis zur tatsächlichen Umsetzung rund eineinhalb Jahre ins Land gegangen seien - auch dies ein weiterer Beleg für den Umgang der Stadt mit privater Einsatzfreude.
So zeigte sich der Vorsitzende des Stiftungsrats, der Herausgeber des „Kölner Stadt-Anzeiger“ Alfred Neven DuMont, in einer ironischen Wendung „dankbar, dass wir das stiften durften“. Auch im Hinblick auf einen Erweiterungsbau des Wallraf-Richartz-Museums äußerte Neven DuMont: „Wir lieben diese Stadt. Und wir lassen uns in dieser Liebe durch nichts irritieren.“
Bei aller Hochachtung für ein jüdisches Museum wünschte sich Neven DuMont mehr Unterstützung für das Wallraf-Richartz-Museum, das traditionsreichste der Stadt. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich nach der Kommunalwahl die Verhältnisse klären.
Bei Bedarf ist das neugestaltete Foyer auch für größere Empfänge zu nutzen. Ein hölzerner Riegel, der als Träger für Tischlampen dient, wäre dann als Abtrennung vor die Bibliothek zu schieben. Großvolumige Lampen setzen die Akzente über eine Sitzgruppe aus Tischen und Ledersofas - insgesamt ist dem neuen Design die Vorstellung abzulesen, dass dem Genuss, der im ursprünglichen Zustand des Saales entschieden zu kurz kam, mehr Recht eingeräumt wird.
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