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Museum Ludwig

Studenten sorgen für Polizeieinsatz

Von Kathrin Gemein und Tim Stinauer, 26.10.08, 19:58h, aktualisiert 26.10.08, 20:58h

In der Pop-Art-Abteilung des Museum Ludwig packten am Sonntagnachmittag etwa 15 Kunststudenten Phallus-Nachbildungen aus Gips aus und postierten die Figuren einzeln oder in Häufchen vor und auf Exponaten. Das Wachpersonal rückte mit Kehrblechen und Müllsäcken an.

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Das Museum Ludwig (Bild: Christoph Hennes)
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Das Museum Ludwig (Bild: Christoph Hennes)
Innenstadt - Insgesamt mehrere hundert Stück stellten die Studenten blitzschnell auf, jedes etwa sieben Zentimeter groß. „In einem Raum sah es aus wie auf einer . . ., tja, wie soll man sagen . . ., wie auf einer Wiese aus Penisköpfen“, beschrieb eine Museumsangestellte.

Wächter liefen hektisch umher, beeilten sich, die Gipsfiguren mit Kehrblechen in blaue Müllsäcke zu schieben. „Da ist noch ein Häufchen!“, rief einer seinem Kollegen zu. „Da auch noch eins!“ Die Besucher wurden gebeten, keine Fotos zu machen. Viele dachten, die Gips-Penisse seien Teil der Ausstellung. „Das ging alles blitzschnell, da war plötzlich ein Riesenwirbel im Museum“, berichtete eine Angestellte. „Hol die Polizei!“, habe ein Wächter gerufen. Wenige Minuten später kamen zwei Streifenbeamte. Aber da hatten sich die meisten Studenten schon aus dem Staub gemacht. Nur noch von vier jungen Männern und Frauen konnten die Beamten die Personalien feststellen. „Wir haben ihnen einen Platzverweis erteilt“, berichtete Polizeisprecher Reinhard Schüttler.

Der Sinn der Aktion bleibt zunächst unklar. „Die wollten wohl nur provozieren“, sagte eine Mitarbeiterin des Sicherheitspersonals. Ob bei den Tumulten Exponate beschädigt worden seien, stehe noch nicht fest. Bis Sonntagabend hatte die Museumsverwaltung keine Strafanzeige erstattet. „Wenn die Verantwortlichen sagen: »Das ist Kunst, das lassen wir zu«, dann kommt da auch nichts mehr nach“, erklärte Schüttler. Andernfalls werde die Staatsanwaltschaft prüfen, ob eine Straftat vorliegen könnte und - gegebenenfalls - welche.

Die meisten Museumsgäste nahmen die Aktion übrigens mit Humor. Wer schneller war als die Kehrschaufeln, nahm eine Figur als Souvenir mit nach Hause.



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