Von Helmut Frangenberg, 27.10.08, 19:52h
Die Armenische Gemeinde hatte im April eine eigene Beschlussvorlage für die Positionsbestimmung vorgelegt. Dort heißt es unter anderem, dass es nicht reiche, sich gegen „rassistische Ressentiments und Vorurteile“ zu wehren. „Zu allererst“ müsse man „die eigenen nationalen Geschichts- und Identitätsbilder, die zu Hass, Feindschaft und Vernichtung führten und die gegenwärtig zu Missachtung und Gewalt führen, reflektieren und neue Konzepte für die eigene Identität in Deutschland entwickeln“. Hinter der Aufforderung zur „kritischen Selbstreflexion“ steht die Kritik, dass sich auch große deutsche moslemische Vereine wie „Milli Görüs“ und Ditib nicht deutlich genug von Unrecht, Benachteiligung und Verfolgung in der Türkei distanzieren. Für die Armenier geht es vor allem um die Anerkennung des Völkermordes an ihren Vorfahren in der Türkei. Die Aleviten streiten um die Anerkennung als Religionsgemeinschaft mit allen Rechten und Freiheiten, die ihnen der türkische Staat und seine Religionsbehörde verweigere.
Neben Atib steht vor allem „Milli Görüs“ immer wieder in der Kritik. Dass die vom Verfassungsschutz beobachtete Organisation in den Rat der Religionen eingeladen wurde, ließ sogar die Junge Union öffentlich Kritik am CDU-Oberbürgermeister üben. Andere haben weniger Berührungsängste: So erarbeitete im „Rat der Religionen“ ein „Milli Görüs“-Vertreter mit der Vertreterin der evangelischen Kirche den ersten Entwurf für die Extremismus-Erklärung. Darin war von Selbstkritik keine Rede, stattdessen setzte man sich ausführlich mit dem Missbrauch von Islamangst durch Rechtsextreme auseinander. Diesem Aspekt widmeten wiederum Armenier und Aleviten keinen Satz. Das Interkulturelle Referat versuchte, mit einem überarbeiteten Entwurf beiden Interessen Rechnung zu tragen - bislang erfolglos. Das Thema wurde am Montag ein weiteres Mal vertagt.
Nach einer zum Teil heftigen Diskussion einigte sich der Rat der Religionen darauf, sich ausführlich mit den Themen deutscher und türkischer Rechtsextremismus zu beschäftigen. Zur nächsten Sitzung sollen Referenten eingeladen werden, um ausführlich zu diskutieren. Sozialdezernentin Marlis Bredehorst betonte, dass nicht die innertürkische Lage das beherrschende Thema eines Kölner Rates der Religionen werden könne. Es ginge vor allem um den Dialog über die Situation in Köln.
welche Probleme?
29.10.2008 | 02.47 Uhr | Saubär
Welche Probleme sollte es denn in der tolerant-freiheitlichen Islamrepublik Türkei denn geben?Herr Erdogan versichert doch immer ausdrücklich und…
Erdogan schreiben
28.10.2008 | 17.39 Uhr | omameume
Da könnte doch OB Schramma einen ähnlichen Brief wie in Sachen Tarsus an Erdogan schreiben, in dem er ihn bittet, sich für den Völkermord an den…
@Herrn Frangenberg
28.10.2008 | 14.36 Uhr | Tropenfrucht
Sie stellen das hier so dar, als wäre dies die erste Diskussion zum Thema. Schon seit meiner Studentenzeit höre ich mir diese Diskussion zwischen…
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