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Kontrolleure

KVB beklagt zunehmende Gewalt

Von Thorsten Moeck, 30.10.08, 17:26h, aktualisiert 31.10.08, 09:44h

Die Gewalt gegen Fahrkartenkontrolleure der Kölner Verkehrs-Betriebe nimmt zu - am Mittwoch wurde ein Kontrolleur von einem Jugendlichen angegriffen. Dieses Jahr gab es schon 67 Übergriffe.

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Großkontrollen wie hier am Eifelwall wird es auch künftig geben. Hier wurde letztes Jahr ein Kontrolleur verletzt. (Archivbild: Moeck)
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Großkontrollen wie hier am Eifelwall wird es auch künftig geben. Hier wurde letztes Jahr ein Kontrolleur verletzt. (Archivbild: Moeck)
Köln - Geschlafen hat Rolf Müller (44) in der Nacht auf Donnerstag kaum. Erst kurz vor Mitternacht konnte er das Krankenhaus verlassen und nach Hause fahren. Seine Nase war gebrochen, im Gesicht hat er eine Platzwunde erlitten und sein Kopf schmerzte. Bis Ende der kommenden Woche ist Müller krankgeschrieben. Seit 23 Jahren arbeitet der Kölner als Kontrolleur der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB). Am Mittwochabend ist er im Dienst brutal angegriffen und verletzt worden.

Gemeinsam mit seiner Frau, die ebenfalls als Kontrolleurin bei den KVB arbeitet, ist Müller gegen 20.45 Uhr in die Buslinie 132 gestiegen, um die Fahrgäste zu kontrollieren. In der Nähe des Chlodwigplatzes erhob sich plötzlich ein Jugendlicher (16) von seinem Platz und ging auf Müller zu. „Ich steige jetzt hier aus“, habe der Junge gesagt. „Ja, aber nur, wenn Sie mir Ihren Fahrschein zeigen“, habe Müller geantwortet. „Dann hat er sofort ausgeholt und mir mit einer Kopfnuss die Nase gebrochen“, schildert der Kontrolleur den Zwischenfall in der Linie 132. Mit Hilfe mehrerer Fahrgäste wurde der aggressive Jugendliche überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten.

Die Zahl der tätlichen Angriffe auf KVB-Kontrolleure hat dieses Jahr erheblich zugenommen. Bislang seien jedes Jahr zwischen 50 und 55 Fälle aktenkundig geworden, berichtet KVB-Sprecher Joachim Berger. Der Ausraster des 16-Jährigen war in diesem Jahr bereits der 67. Angriff auf einen Mitarbeiter der KVB. „Auch die Qualität der Gewalt hat sich geändert. Früher haben sich die Leute auch aufgeregt, aber das war lange nicht so aggressiv wie heute“, sagt Berger. Die Bereitschaft zu Gewalttaten sei „erschreckend“.

Großkontrollen mit Polizei

Die Verkehrsbetriebe führen regelmäßig Großkontrollen an Haltestellen durch und werden dabei von der Polizei unterstützt. Mit einem Großaufgebot von Kontrolleuren werden an einzelnen Haltestellen alle Insassen von Straßenbahnzügen kontrolliert. An diesem Konzept wollen die KVB laut Berger weiter festhalten. Im vergangenen Jahr war bei einer solchen Kontrolle ein KVB-Mitarbeiter verletzt worden, weil ein Fahrgast die Nerven verlor und wild um sich trat.



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