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Schokoladenmuseum

Aus dem Leben eines Kakaobauern

Von Clemens Schminke, 31.10.08, 15:28h, aktualisiert 31.10.08, 18:55h

Zu seinem 15. Geburtstag hat das Schokoladenmuseum vier neu gestaltete Ausstellungsräume präsentiert. Auf 400 Quadratmetern geht es um Anbau und Ernte des Kakaos, die Herkunftsländer, den Handel und die Wirkung von Schokolade auf Körper und Seele.

Schokoladenmuseum Köln
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Der Einbaum aus Ghana gehört zu den Exponaten, die in den vier neu gestaltete Räume zu sehen sind. (Bild: Rakoczy)
Schokoladenmuseum Köln
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Der Einbaum aus Ghana gehört zu den Exponaten, die in den vier neu gestaltete Räume zu sehen sind. (Bild: Rakoczy)
Köln - Auf einer wandfüllenden Weltkarte kann man rote Lämpchen aufleuchten lassen, die verschiedene Länder markieren, und dazu auf kleinen Monitoren Daten zur Kakaoproduktion lesen. An einem Bildschirm lässt sich in den virtuellen Börsenhandel einsteigen und mit dem Rohstoff Kakao spekulieren. Und an einer „Hörstation“ kann man aus der Sicht eines Elternpaars und seiner elfjährigen Tochter erfahren, wie das Leben einer Kakaobauernfamilie aussieht.

Das sind nur ein paar Beispiele dafür, was den Besucher im Parterre des Schokoladenmuseums erwartet. Zum 15. Geburtstag des Hauses am 31. Oktober präsentierten Geschäftsführerin Gerburg Imhoff, Witwe von Museumsgründer Hans Imhoff, Direktorin Maria Mrachacz und Mitarbeiter die vier neu gestalteten Räume. Auf 400 Quadratmetern geht es um Anbau und Ernte des Kakaos, die Herkunftsländer, den Handel und die Wirkung von Schokolade auf Körper und Seele. Nach bewährtem Konzept setzt das Museum auf große Abwechslung der Präsentationsarten und viele Anreize zum Mitmachen, von kurzen Texten, die hinter aufklappbaren Türchen stehen, über Schiebepuzzle, Informationen „vom Band“ und Angebote an Computerterminals bis zur „Riechstation“, an der Gewürze wie Nelke, Vanille und Kardamom zu erraten sind.

Ohnehin leidet das Museum nicht an einem Mangel an Anziehungskraft. „Es hat sofort große Akzeptanz gefunden, und das ist so geblieben“, sagte Gerburg Imhoff bei der Präsentation am Freitag. Die Zahlen des Hauses, das zu den zehn meistbesuchten Museen Deutschlands gehört und sich ausschließlich durch Eintrittsgelder finanziert, sprechen für sich: in 15 Jahren mehr als 7,5 Millionen Besucher (davon 690 000 allein im vorigen Jahr), mehr als 61 000 Gruppenführungen in sieben Sprachen - und mehr als 40 000 Kilogramm süße, flüssige Masse, die am drei Meter hohen Schokoladenbrunnen genascht wurden.

Vor der Erfolgsgeschichte stand große Skepsis: „Viele Leute haben meinem Mann damals abgeraten“, erzählte Gerburg Imhoff, doch er habe sich von all den vernünftig klingenden Einwänden nicht beirren lassen, „zäh“, wie er gewesen sei. Für 53 Millionen D-Mark aus seinem Privatvermögen ließ er das Museum bauen, das in einer Rekordzeit von 13 Monaten an der Nordspitze des damals heruntergekommenen Rheinauhafens entstand, wo sich zuvor ein Gebäude der Finanzbehörde befand. Der markante, schiffsähnliche Bau bietet auf drei Etagen 4000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. „Ohne den Wagemut von Hans Imhoff gäbe es das Museum nicht“, sagte seine Witwe, „und Köln wäre um eine Attraktion ärmer.“ Rund 2000 Exponate veranschaulichen die Geschichte und aktuelle Entwicklungen im Bereich „Kakao und Schokolade“. Die größte Attraktion ist nach wie die „gläserne Schokoladenfabrik“, eine maßstabgetreu verkleinerte Produktionsanlage, die Einblick in die Herstellung von Schokoladentafeln, Hohlfiguren und Pralinen bietet.



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