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Photovoltaik

Solarflächen wurden mehr als halbiert

Von Johannes Schmitz, 04.11.08, 18:27h

Ganz abgeschrieben ist das große Fotovoltaikprojekt für Troisdorf aber noch nicht. Zwischen dem Rotter und dem Eschmarer See dürfen die Kollektoren laut dem Beigeordneten Hans-Christian Lehmann nicht aufgebaut werden, da dieses Gebiet der Landwirtschaft erhalten bleiben soll.

Troisdorf - Energetisch unabhängig werden, das ist die Parole der Zeit. Auch die Stadt und ihre Unternehmen unter der Oberleitung von Peter Blatzheim verfolgen dieses Fernziel. Einen Beitrag dazu sollen Fotovoltaikfelder leisten. Doch die Idee, die CDU und FDP im Stadtrat einbrachten, hat jetzt einen Dämpfer erhalten.

Demnach bleiben von den ursprünglich anvisierten 150 000 Quadratmeter für die Kollektoren nur noch 67 000 Quadratmeter übrig. Bei dieser Freifläche handelt es sich um das Gebiet zwischen Sieglar, Oberlar und Friedrich-Wilhelms-Hütte zu beiden Seiten der Flughafenautobahn.

Wie die Stadtverwaltung ausführt, wird dieser Bereich, in dem das Wasserwerk Oberlar steht, auch von Spaziergängern und Hundehaltern genutzt. Eine regelrechte Naherholung sei dort jedoch nicht möglich, da der Lärm der angrenzenden Straßen zu stark ist. Grundsätzlich spricht gegen dieses Gebiet für einen Fotovoltaikpark also nichts.

Anders sieht das bei den zwei anderen Standorten aus, die der Beigeordnete Hans-Christian Lehmann und seine Mitarbeiter in letzter Zeit geprüft haben. Zwischen dem Rotter und dem Eschmarer See dürfen die Kollektoren laut Lehmann nicht aufgebaut werden, da dieses Gebiet der Landwirtschaft erhalten bleiben soll. Außerdem führt die geplante neue Trasse der Landstraße 332 mittendurch.

Ebenfalls aus dem Rennen ist das Terrain westlich und nördlich von Kriegsdorf. Auch dort erzeugen Bauern Lebensmittel. Und das soll, mit Ausnahme des neuen Golfplatzes, auch so bleiben. Außerdem ist die Fläche von den Häusern am Kriegsdorfer Ortsrand gut einsehbar. Und die Aussicht auf ein Kollektorenfeld möchte die Verwaltung ihren Bürgern nicht zumuten. Unter dem Strich lehnt die Verwaltung auch hier einen Fotovoltaikpark ab.

Bei den Stadtwerken sieht man diese Absage ganz gelassen. Schließlich wollte nicht ein städtisches Unternehmen in Sonnenenergie machen, sondern ein ungenannter privater Investor, der mehr als 20 Millionen Euro in die Hand nehmen wollte. Ob er an der um mehr als die Hälfte geschrumpften Fläche immer noch interessiert ist, bleibt abzuwarten.

Selbst wenn er abspringen sollte: Abgeschrieben als Standort für die Fotovoltaik ist Troisdorf dann aber noch nicht. Die Verwaltung ist dabei, alle Dächer von privaten und öffentlichen Häusern sowie die von Unternehmen zu erfassen. Denn ehe man Freiflächen zubaut mit den Kollektoren, sollen die Dächer damit belegt werden. Dies schont die Landschaft und vermeidet Probleme mit dem Abfluss von Regenwasser, welche durch einen großen Fotovoltaikpark entstehen könnten.

Ganz gleich ob sie auf die Häuser oder oder rund ums Wasserwerk kommen: Bis in Troisdorf glänzende Geschäfte mit der Fotovoltaik gemacht werden, wird die Sonne noch viele Strahlen zur Erde senden.



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