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Kölner Rat

Aus für die Parkbebauung

Von Dirk Risse, 09.11.08, 20:40h

Die wochenlangen Bürgerproteste gegen die Pläne zur „Bildungslandschaft Altstadt-Nord“ zeigen Wirkung: Bei einer Podiumsdiskussion in der Katholischen Hochschulgemeinde kündigten Ratsmitglieder von CDU, Grünen und Linken an, gegen den Entwurf zu stimmen.

Innenstadt - Die Politiker kritisierten besonders die städtischen Baupläne auf dem Gelände des Klingelpützparks. Der Plan müsse „deutlich optimiert“ werden, sagte der stellvertretende Fraktionschef der Grünen, Jörg Frank. „Faktisch sind die Pläne vom Tisch“, betonte der schulpolitische Sprecher der CDU, Helge Schlieben. Die drei Fraktionen verfügen mit 48 der 90 Stimmen über die Mehrheit im Rat.

Mit den Plänen zur Bildungslandschaft Altstadt-Nord will die Stadt nach einem Konzept des Wiener Architektenbüros „Plan / Sinn 72“ sieben Schulen, Jugendzentren und Kindertagesstätten rund um den Klingelpützpark vernetzen. Notwendig werde das, weil Prognosen zufolge dort bis zum Jahr 2013 die Schülerzahlen um zehn Prozent anstiegen. Bestehende Räume sollen besser ausgenutzt und marode Bauten saniert werden. Umstritten sind aber die neuen Gebäude, die auf dem Areal des Parks errichtet werden sollen - für eine Kindertagesstätte, Grundschule und Hauptschule sowie eine Mensa. Die Stadt spricht von einem nur 1,3-prozentigen Grünflächenverlust im Park.

Bürger und Politiker hegen massive Zweifel an dieser Flächenbilanz. Der Sprecher der Bürgerinitiative Klingelpützpark, Benedikt Schontissek, warf der Kommune vor, mit geschönten Zahlen zu arbeiten. So sei der Mensabau nicht zu 100 Prozent als versiegelte Fläche ins Zahlenwerk eingegangen. Auch die Schülerzahlen, von denen die Stadt ausgeht, können die Anwohner nicht nachvollziehen. Anstelle einer Parkbebauung schlägt die Initiative vor, auf bestehende Gebäude Geschosse aufzusatteln.

Unterstützung erhalten die Bürger von verschiedenen Seiten. Der Vorsitzende des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins, Hanns Schaefer, lehnt eine Bebauung des Parks kategorisch ab. Stadtkonservatorin Renate Kaymer lobt den Park als „typische Grünlandschaft der 70er Jahre“, die es zu erhalten gelte. Der stellvertretende Leiter des Grünflächenamtes, Joachim Bauer, unterstützt den Antrag des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, den Park unter Denkmalschutz zu stellen. Seine Behörde habe das Areal in den vergangenen Jahren für 350 000 Euro attraktiv gestaltet.



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