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KFZ-Kennzeichen

Stigmatisiert durchs Schild

Von Christiane Vielhaber, 19.08.08, 12:10h, aktualisiert 19.08.08, 19:44h

Sie wundern sich über die hektischen Gesten des Autofahrers hinter Ihnen? Warum gibt es ein Hupkonzert, nur weil Sie an der Ampel nicht schnell genug starten? Das kann mit ihrem Autokennzeichen zusammenhängen! Ein Berliner CDU-Politiker will die Ortskennzeichen nun abschaffen - sie seien diskriminierend.

Autokennzeichen
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Würzburg - "weiter üben!" (Bild: Archiv)
Autokennzeichen
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Würzburg - "weiter üben!" (Bild: Archiv)
Weil Abkürzungen oft zu hämischen Bemerkungen führen, könnten sie von den Nummernschildern gestrichen werden. Bei langen Autobahnfahrten ist es eine willkommene Ablenkung - das Lästern über all die merkwürdigen Abkürzungen auf den Nummernschildern: HSK, das könnte doch „Hilfe sie kommen“ bedeuten (in Wahrheit aber Hochsauerlandkreis) und VIE - „Vollidiot in Eile“ (Viersen) - oder gar NNW („Niemand will mich“ - Nordwestmecklenburg). Im Stadtverkehr stöhnt der Kölner gerne über SU („Sonntagsfahrer unterwegs“), dabei sind die K-Träger nicht nur „Könner“, sondern auch „Kirmesfahrer“ und GL ist ja nicht nur „große Lusche“ sondern auch „Gottes Liebling“.

Deutschland und seine Kennzeichen - im Gegensatz zu den Kennzeichen in anderen Ländern zeigen sie die Herkunft der Fahrer deutlich an und geben jede Menge Gelegenheit zu Spott und Häme. Nun meldet sich einmal wieder jemand zu Wort, der fordert, diese angeblich stigmatisierenden Buchstaben doch abzuschaffen. Der Berliner Innen- und Polizeiexperte Peter Trapp (CDU), meint, dass Autofahrer aus bestimmten Regionen wegen ihrer Kennzeichen mit Vorurteilen belegt sind und es deshalb im Autoverkehr schwer haben.

Ans Herz gewachsen

Er ist nicht der Erste, der - meistens im Sommerloch - auf diese Idee kommt. Und bekommt von den Grünen Zustimmung. Den Deutschen sind ihre sprechenden Kennzeichen trotz allem ans Herz gewachsen. Im Bundesverkehrsministerium ist die Frage derzeit kein Thema. Auch der ADAC sieht in der Abschaffung keinerlei Vorteile: Sprecher Maximilian Maurer macht darauf aufmerksam, dass es für Zeugen von Unfällen viel leichter ist, sich ein Ortskürzel zu merken als eine wirre Zahlen- und Buchstabenkombination.

Und inzwischen gelte ohnehin eine neue Regelung, die aber bisher aus Kapazitätsgründen von den Behörden kaum umgesetzt wird. Während früher das Auto am jeweiligen Wohnort angemeldet werden musste, kann jetzt einmal und für immer ein Kennzeichen für das Auto vergeben werden - Ummeldungen sind nicht mehr nötig. Also könnte ein „K“ weiter in „BM“ fahren und umgekehrt, wenn der Besitzer Benachteiligungen befürchtet. Macht aber bisher kaum einer. Denn wer wirklich an seinem Wohnort hängt, schreckt auch nicht davor zurück, sich selbst in die Pfanne zu hauen. Wie sonst wären Kennzeichen wie ROW-DY, SU-FF, DU-MM oder KI-FF zu erklären.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Autokennzeichen? Haben Sie sich schon einmal diskriminiert gefühlt? Berichten Sie uns von Ihren Erlebnissen und den schönsten Abkürzungen, indem Sie unten auf "Artikel kommentieren" klicken.



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