Von Stefanie Schmidt, 26.08.08, 08:39h, aktualisiert 26.08.08, 09:59h
Obwohl das wohl nicht die ursprüngliche Intention der chinesischen Olymia-Organisatoren war - das rot-weiße Band fügte sich hervorragend in die Kulisse ein, die 500 Fans den Kölner Hockey-Nationalspielern bei ihrer Landung am Montagabend in Junkersdorf bereiteten. Denn die vielen mitgebrachten Fahnen waren nicht wie gewöhnlich zu solchen Anlässen schwarz-rot-goldene. Rot-Weiß - die Farben der Stadt und des heimischen Hockey-Clubs - bestimmte das Bild.
Ein emotionaler Empfang
Landung mit Hubschraubern
Vier Hubschrauber brauchte der Kölner Verein, um seine 13 Olympiaathleten (sieben Männer und sechs Frauen) vom Frankfurter Flughafen nach Köln zu holen. Als die Rotorblätter stoppten und aus dem ersten Hubschrauber die Kapitäne Timo Weß und Marion Rodewald sowie Christopher Zeller, der Schütze des einzigen Final-Tores gegen Spanien, ausstiegen, gab es kein Halten mehr. Hunderte Kinder, Angehörige und Fans stürmten auf ihre Helden zu - gratulieren, Autogramme jagen und einmal eine echte olympische Goldmedaille anfassen.
"Das Fahnenmeer von oben zu sehen war absolut gigantisch, ich hätte nicht gedacht, dass so viele Leute kommen" sagte Zeller nach der Landung, sichtlich gerührt, optisch aber auch ein bisschen mitgenommen. Die letzen Tage haben Spuren hinterlassen, vor allem in Zellers Augen, die mit roten Adern durchzogen sind. "Zum Schlafen war nicht viel Zeit", berichtet Zeller "aber solch einen Moment, den muss man einfach auskosten. Den will ich so lange genießen, bis ich gar nicht mehr kann." Sprach es, und zog mit seinem Bruder Philipp, und den Teamkollegen Tobias Hauke, Max Weinhold, Tibor Weißenborn sowie Timo und Benjamin Weß in das Vereinsheim, wo Zeller davon ausging, noch "ein oder zwei Bier" zu trinken. Ungefähr.
Im ihrem Schatten entkamen die Hockey-Frauen dem ganzen Trubel relativ unbeachtet. Ein paar einzelne Gratulanten, kaum Autogrammjäger, keine Kamerateams. "Das haben die Jungs sich verdient", sagt Rodewald. Ganz verflogen ist die eigene Enttäuschung über Platz vier aber noch nicht. "Es wäre so schön gewesen, wenn wir auch etwas hätten mitbringen können, wenigstens Bronze."
Aber auch die Männer wird der Alltag schnell wieder einholen, schon in einer Woche fahren sie mit Rot-Weiß zum Vorbereitungstrainingslager für die neue Saison nach Berlin. Und für Timo Weß stehen im September Klausuren in der Uni an. Ob mit oder ohne Goldmedaille - das wird sich zeigen.
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