Von Ralf Rohmoser-von Glasow, 29.08.08, 11:30h
Gemeinsam mit Thomas Reiter macht er für die Bonner Reinhold-Hagen-Stiftung an der Gesamtschule Meiersheide die Auftaktveranstaltung zum Thema "Mehr Fachkräfte in die deutsche Wirtschaft". Reiter ist Kommunikationselektroniker und hat an der Fachhochschule Bonn/Rhein-Sieg (FH) Maschinenbau studiert. Ein Jahr lang bereist er ein Dutzend weiterführende Schulen, um den Nachwuchs für Ingenieurberufe zu begeistern.
Mangel absehbar
Nach neueren Umfragen könnten in Deutschland im Jahr 2013 rund 85 000 Ingenieure fehlen. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) - neben der Universität Bonn und der FH Kooperationspartner - hat heraus gefunden, dass in den kommenden Jahren 83 Prozent der Unternehmen einstellen wollen. Außerdem bedeutet jede Ingenieur-Stelle Arbeit für bis zu drei weitere Fachkräfte.
Reiter stellt in 90 Minuten je 30 Schülern die acht Module vor, unter denen die Elftklässler wählen können. Ein bis drei dieser Module werden dann in 25 Unterrichtsstunden zusätzlich angeboten, von der Pneumatik und Hydraulik, inklusive Baggerfahren, bis zur Mathematik in der täglichen Anwendung. Die Gesamtschüler fanden es Klasse. Jana Ames (16) zum Beispiel probierte sich an der Motorsäge, Linus Schmandt, Tim Richter und Cornel Werner fühlten sich gar direkt angesprochen, Ingenieur zu werden.
Einen noch intensiveren Einblick in Naturwissenschaften und Technik will das Städtische Gymnasium sieben Schülerinnen und zwölf Schülern vermitteln. Die Deutsche Telekom-Stiftung fördert in den kommenden beiden Jahren mit 27 000 Euro die Junior-Ingenieur-Akademie. Es ist erst die sechste ihrer Art in Deutschland. Selbst Regierungspräsident Hans-Peter Lindlar kannte das Vorhaben noch nicht. Aus der Schule des Christopherus-Jugenddorf in Königswinter und aus Nonnenwerth stellten Lehrer Projekte aus ihren Akademien vor. Gemeinsam mit örtlichen Partnern aus der Wirtschaft hatten sie Formel 1-Mini-Rennwagen produziert oder ein solarbetriebenes Motorboot.
Das Modul "Formel 1" soll in den Klassen 8 und 9 auch in Hennef umgesetzt werden, dazu die Themen alternative Energien, Robotik und Vermessungstechnik, die Senta Haas aus der Vorbereitungsgruppe präsentierte. Johannes Schlarb, Projektleiter der Stiftung, stellte das breite Spektrum an Partnern heraus: Universität Bonn, FH, Reifenhäuser, Hagen-Stiftung, Ford, Modellbau Hirt, Bioreact, Stadt, Bezirksregierung - Geobasis NRW, erstmalig auch ein Berufskolleg, CS Naturkonzepte und Infoseminare Hanschmidt. Schulleiterin Birgitt Beemers freute sich über die enorme Aufwertung der naturwissenschaftlichen Bildung an ihrem Gymnasium.
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