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Wuppertal

NRW-Tag endet mit Karibik-Feeling

Erstellt 31.08.08, 15:45h, aktualisiert 31.08.08, 15:52h

Rund 700 000 Menschen feierten übers Wochenende bei perfektem Sonnenwetter eine riesige bunte Party. Das Volksfest unterhielt mit einem Umzug durch Wuppertal, einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm, Info-Ständen und Modenschauen.

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Mitglieder der Gruppe "Carnevale di Venezia Bonn" zogen durch Wuppertal. (Bild: ddp)
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Mitglieder der Gruppe "Carnevale di Venezia Bonn" zogen durch Wuppertal. (Bild: ddp)
WUPPERTAL - Kühle Cocktails schlürfend räkeln sich Sonnenanbeter im künstlichen Karibik-Sandstrand am Wupper-Ufer. In der Ferne mischen sich heiße Sambaklänge und treudeutsche "Dicke-Backen-Musik" rheinischer Schützengarden mit dem Rumpeln der stets proppevollen Schwebebahn. Beim Nordrhein-Westfalen-Tag, der Riesenparty zum 62. Geburtstag des Bundeslandes, entdeckte Wuppertal - weithin als spröde und regnerisch verschrien - die Leichtigkeit des Seins.

Rund 700 000 Menschen feierten laut ersten Berechnungen von Stadt und Staatskanzlei übers Wochenende zwischen Sonnborn und Barmen bei perfektem Sonnenwetter die bunte Mega-Fete. Außer kleineren Wehwehchen, mehreren Wespenstichen und gelindem Punk-Protest kam es laut Polizei zu keinen Zwischenfällen bei dem Fest in der 360 000-Einwohner-Kommune.

Das jährlich in einer anderen Stadt feiernde kunterbunte Volksfest mit seinen 10 000 Mitwirkenden erfreute mit einem schmissigen Umzug, einem 300-Stunden-Bühnenprogramm von Hip Hop bis Big Band, mit ungezählten Infoständen und einer Polizei-Modenschau im trendigen Blau künftiger Uniformen. Ein antiker Sonderzug schnaufte pfeifend durchs Tal, Seifenkisten sausten, die örtlichen Symphoniker kämpften bei einer Open-Air-Operngala tapfer mit schlechter Akustik, und auch Wuppertals "Migrations-Hintergrund" feierte freundlich die Nacht mit afrikanischen Trommeln und italienischen Schnulzen. Einige tanzende Paare nahmen das diesjährige NRW-Tag-Motto wörtlich: "Wuppertal bewegt.Sich.Mich.Dich."

Kein Griff in klamme Stadtkasse

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und seine fast komplette Ministerriege waren aus Düsseldorf angereist; sie machten Wuppertal beim Fest-Auftakt mit einer auswärtigen Kabinettssitzung zur Landeshauptstadt auf Zeit, suchten und fanden das Bad in der Menge und hatten sogar Muße zum Zoo-Besuch. Rüttgers: "Es ist toll, was man da alles entdecken kann!" Dazu habe auch der gründliche Gedankenaustausch aller NRW-Zoochefs als "Synergie-Effekt" des NRW-Tags gehört, konstatierte der Landesvater, den völlig zu Recht "die ungeheuer sympathische Leichtigkeit" in der fröhlichen Menschenmasse an die schönen Tage der Fußball-WM erinnerte. Am Sonntag bilanzierte er die große Party als "tolles Fest für Wuppertal und ganz NRW", das die Identifikation der Bürger mit ihrem Land gezeigt habe.

Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) schilderte stolz sein Geschick, wie er mit gut 700 000 Euro Sponsorengeld die 300 000 Euro Landesmittel aufgestockt hat, ohne für's große NRW-Bürgerfest auch nur einen Cent tief in die klamme Stadtkasse gegriffen zu haben.

Und auch Dirk Albrecht (41) ist "total begeistert". Der "König" der Klompenfreunde Vluyn: "Ich hab' mich so über die Freundlichkeit der ganzen Menschen gefreut." Die Brauchtums-Fans vom linken Niederrhein haben in ihren klobigen Holzschuhen erstmals mit weiteren 1700 Schützenbrüdern, Trachtengruppen, römischen Legionären oder Dudelsackpfeifern an der NRW-Tag-Parade teilgenommen und sind schon jetzt auf das nächste Landesfest 2009 im westfälischen Hamm gespannt. "Der Tag ist gelungen", findet auch Petra Dausend knapp. Die 34-jährige Wahl-Wuppertalerin wagte sich mit Kinderwagen ins Getümmel, um auf den Jazz-Bühnen im szenigen Elberfelder Luisenviertel bis tief in den Sommerabend "schöne Musik bei gutem Wetter zu hören".

Rüttgers dementierte in Wuppertal entschieden Gerüchte ungeahnter schwarz-grüner politischer Konstellationen am Rhein. Dem speziell gezüchteten NRW-Baum ("Acer platanoides"), den der christdemokratische Regierungschef als Geschenk und bleibende Erinnerung mit an die Wupper gebracht hatte, lag sein missverständliches Grußwort bei: Das noch winzige Ahorn-Bäumchen sei "das sichtbare Symbol für unseren Auftrag, unsere Heimat noch grüner zu machen". (dpa)



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