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Pressekonferenz

Ümit Özat fällt länger aus

Von Lars Richter, 10.09.08, 13:20h, aktualisiert 10.09.08, 19:21h

Die Fans des 1. FC Köln können aufatmen: Kapitän Ümit Özat will seine sportliche Karriere nach dem Kollaps während eines Bundesligaspiels fortsetzen. Allerdings wird es zwei bis drei Monate dauern, bis der Türke wieder Leistungssport ausüben darf. Eine Abschlussuntersuchung soll Klarheit schaffen.

Ümit Özat
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Ümit Özat im Dress des 1. FC Köln. (Bild: dpa)
Ümit Özat
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Ümit Özat im Dress des 1. FC Köln. (Bild: dpa)
Köln - Die offizielle Klubinterpretation verkündet Michael Meier ohne lange Vorrede, Zweifel sollen gar nicht erst aufkommen. „Ich denke, dass wir heute einen schönen Tag erleben, weil Ümit wieder bei uns ist“, betont der Manager des 1. FC Köln. Und noch mehr: „Wir sind alle glücklich, weil die Prognosen über den weiteren Verlauf seiner Fußballerkarriere positiv sind.“

Ümit Özat (31) sitzt am Mittwoch wenige Meter weiter auf dem Podium im gut besuchten Pressesaal des Rhein-Energie-Stadions und hört mit konzentrierter Miene, was ihm sein Übersetzer ins linke Ohr flüstert. Der türkische Defensivspieler ist seit fast zwei Wochen der Fixpunkt des FC-Mikrokosmos, denn seit der Kapitän am 29. August in der Partie beim Karlsruher SC nach 26 Minuten ohne gegnerische Einwirkung kollabierte, diktiert die Sorge um seine Gesundheit den Lebensrhythmus des Vereins: Über 5000 Genesungswünsche sind über unterschiedliche Kommunikationswege bei dem ehemaligen Nationalspieler eingegangen. „Ich bedanke mich für die große Anteilnahme“, sagt Özat, „mir geht es zurzeit gut.“

Selbstverständlich ist das ja nicht, immerhin haben die Koryphäen der Medizinischen Hochschule Hannover in den vergangenen Tagen die bereits von der Uniklinik Köln herausgearbeitete Diagnose bestätigt: Es handelt sich um eine durch einen Virus hervorgerufene Herzmuskelentzündung, in der Fachterminologie auch als Myokarditis bekannt. Ob und wann der Routinier ins Team von Trainer Christoph Daum zurückkehren kann, vermag niemand zuverlässig zu beurteilen. Fest steht lediglich, dass der türkische Patient unter medikamentöser Behandlung mindestens sechs Wochen absolute Ruhe benötigt, danach sollen weitere Untersuchungen Klarheit liefern.

Meier (58) ist spürbar bemüht, viel Optimismus in die quälende Ungewissheit zu mischen, er meint: „Mit neunzigprozentiger Wahrscheinlichkeit kann er seinem Beruf wieder nachgehen. Eine Rückkehr zum 1. FC Köln ist möglich.“ Vorsicht ist natürlich noch geboten, deshalb spricht Meier auch von einer „möglichen“ Rückkehr, nicht von einer sicheren. Und den geeigneten Zeitpunkt für das mögliche Comeback sieht der Manager unter Berücksichtigung der Fürsorgepflicht „in einem halben Jahr“ gekommen.

Özat versichert zwar, wieder spielen zu wollen, „wenn alles vollkommen in Ordnung ist“. Er sagt aber auch: „Ich habe immer hundert Prozent oder mehr gegeben. Wenn ich weniger leisten kann, muss ich aufhören. Ich glaube, dass ich es schaffe. Ich vertraue meinem Körper.“

Doch schon einmal hat sein Körper nicht mehr mitgespielt, Warnsignale hat es auch vor dem Zusammenbruch in Karlsruhe nicht gegeben. Vielleicht ist auch das Özat durch den Kopf gegangen, als er die vielen Fragen beantwortete. Er hat das an diesem für seinen Klub schönen Tag mit ernster Miene getan.



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