Erstellt 12.09.08, 17:41h
Die Pressesprecher und Kommunikationsverantwortlichen der Institutionen und Verbände, die den Brief unterzeichnet haben, appellieren an Chefredakteur Josef Depenbrock, seine Doppelfunktion als Redaktionschef und Geschäftsführer aufzugeben. Diese gefährde die "redaktionelle Unabhängigkeit der "Berliner Zeitung'", heißt es in dem Brief. Außerdem fordern sie, die bereits umgesetzten und geplanten Stellenkürzungen in der Redaktion und im Verlag der "Berliner Zeitung" zurückzunehmen. Bereits heute hätten die Unsicherheit über die publizistische Zukunft der Zeitung und die Aussicht auf drastische Stelleneinsparungen dazu geführt, dass zahlreiche hoch qualifizierte Journalisten das Blatt verlassen hätten.
Die Unterzeichner schreiben, die Institutionen bräuchten Zeitungen wie die "Berliner Zeitung" als "unvoreingenommene, kritische Begleiter" ihrer Arbeit. Auch die Öffentlichkeitsarbeit brauche "den Filter eines professionellen, unabhängigen Journalismus". Eine Zeitung sei kein "x-beliebiges Investment". Sie gehöre der Öffentlichkeit, über die sie berichte.
Unterzeichnet wurde der Brief von den Pressesprechern des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, der Leibniz Gemeinschaft, der Stiftung Warentest, des Bauernverbands, der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, des Bundesverbands Neuer Energieanbieter, des Deutschen Mieterbundes, des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland.
Die "Berliner Zeitung" war 2005 trotz Protesten der Redaktion von der britischen Mecom Group übernommen worden. Die Redaktion befürchtet seitdem, die Qualität der Zeitung könnte dem Renditedruck zum Opfer fallen. Argumentiert wird, auf dem umkämpften Berliner Zeitungsmarkt müsse stärker in Qualität und damit auch in Personal investiert werden als in Gegenden mit Monopolzeitung. (epd)
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