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Wächterhäuser

Konzept für Altbauten geht auf

Erstellt 15.09.08, 14:18h

Die Idee alte, leerstehende Häuser durch Vermietung als Ateliers oder Künstlerwerkstätten zu vermieten stößt auf breite Zustimmung. Die Idee stammt aus Leipzig und findet nun auch in Westdeutschland Zuspruch. Denn häufig ist die Sanierung zu teuer.

LEIPZIG - Die Idee der Leipziger "Wächterhäuser" zur Rettung von leerstehenden Altbauten vor dem Verfall macht bundesweit Schule. Gefördert vom Bundesbauministerium berät der Verein HausHalten e.V. interessierte Städte, wie durch die Vermittlung neuer Nutzer historische Gebäude - ohne die herkömmliche Sanierung -erhalten werden können. "Wir wollen und sollen die Idee exportieren in andere Städte, die auch Leerstandprobleme haben", sagte Vereinssprecherin Doreen Lasche im Gespräch mit der Deutschen-Presse Agentur dpa. Neben Kommunen in Ostdeutschland hätten auch Städte im Westen Interesse an dem Konzept angemeldet.

In Leipzig gibt es zwölf "Wächterhauser". Auf Halle und Chemnitz sei das Konzept schon erfolgreich übertragen worden, berichtete Lasche. "Vor kurzem waren wir in Wuppertal. Die Leute von der Stadtverwaltung waren von der Idee sehr begeistert." Allerdings, fügte sie hinzu, sei dort noch längst nichts "spruchreif". "Es dauert immer eine Weile bis zur Umsetzung der Idee."

In Leipzig suche der Verein ständig nach weiteren geeigneten "Wächterhäusern". "Das sind meist markante, denkmalgeschützte Eckhäuser an großen Hauptstraßen, die kleine Hinterhöfe haben und wo die Lärmbelästigung sehr hoch ist." Sie zu sanieren und danach die Wohnungen zu vermieten, lohne sich derzeit auf dem entspannten städtischen Wohnungsmarkt nicht. Daher nimmt der Verein Kontakt mit den Eigentümern auf. Sind diese einverstanden, werden neue Nutzer gesucht, die außer Strom- und Nebenkosten nichts zahlen müssen und im Gegenzug das Haus zumindest einigermaßen instandhalten.

"Die Interessenten für die "Wächterhäuser" sind sehr gemischt", sagte Lasche. In den bisherigen Objekten gibt es 150 Nutzer, rund 300 weitere stünden auf einer Warteliste. "Das sind Vereine oder auch Studenten der Hochschule für Grafik und Buchkunst, die günstige Ateliers suchen." Wohnungen gebe es dagegen nur vereinzelt. "Das Konzept ist etwas für die Zwischenzeit, also zwischen Leerstand und Sanierung oder Verkauf der Häuser", so Lasche. Die Nutzungsverträge werden nur für fünf oder zehn Jahre geschlossen - "und dann schaut man, ob sich der Wohnungsmarkt anders entwickelt hat." (dpa)



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