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Untersuchung

Herzinfarkt durch Boehringer-Mittel?

Erstellt 24.09.08, 12:18h, aktualisiert 24.09.08, 13:14h

Das Raucherlunge-Medikament Spiriva von Boehringer Ingelheim birgt einer neuen Studie zufolge die Gefahr schwerwiegender und teils tödlicher Nebenwirkungen. Boehringer und Pfizer, mit dem das Familienunternehmen bei dem Medikament zusammenarbeitet, kontern mit einer eigenen Untersuchung.

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(Symbolbild: dpa)
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Washington/Frankfurt - Das Medikament erhöhe im Vergleich zu anderen Medikamenten das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und tödliche Herzkrankheiten, fassten Mediziner am Dienstag ihre im Journal of American Medical Association veröffentlichte Untersuchung zusammen. Boehringer und der US-Konzern Pfizer, mit dem das Familienunternehmen bei dem Präparat zusammenarbeitet, konterten mit einer eigenen Studie, die zu einem gegenteiligen Ergebnis kam.

Spiriva - Top-Medikament von Boehrunger

Spiriva ist das Top-Medikament von Boehringer Ingelheim. Im vergangenen Jahr kam der Blockbuster weltweit auf Umsätze von 1,79 Milliarden Euro. Das Mittel wird einmal täglich inhaliert. Der Studie zufolge haben Patienten, die Spiriva oder das ältere Boehringer-Mittel Atrovent mindestens einen Monat lang verwenden, ein um 58 Prozent erhöhtes Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und tödliche Herzkrankheiten. Die Forscher fassten in der Untersuchung Daten von 17 Studien mit 14.783 Teilnehmern zusammen und verglichen dabei die Gesundheitsrisiken bei Raucherlunge-Patienten, die Spiriva oder Atrovent einnahmen, mit denen, die andere Medikamente bekamen. Den Ergebnissen zufolge haben Patienten, die Spiriva oder Atrovent nahmen, ein um 80 Prozent höheres Risiko, an Herzkreislauf-Erkrankungen zu sterben. Das Risiko für Herzinfarkte nehme um 53 Prozent zu, das Risiko für Schlaganfälle um 46 Prozent. Wie Studienleiter Sonal Singh erläuterte, könnte etwa einer von 40 Patienten an Herzproblemen wegen dieser Medikamente sterben.

Boeringer und Pfizer kontern mit eigener Studie

Boehringer und Pfizer veröffentlichten dagegen eine eigene Untersuchung, die auf der Auswertung von 30 Studien mit 19.545 Raucherlunge-Patienten basierte. "Wir widersprechen den von Singh und anderen erzielten Resultaten vehement", erklärte Boehringer-Forschungschef Andreas Barner. Die Boehringer-Studie habe im Unterschied zu Singhs Ergebnissen kein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko im Zusammenhang mit dem Medikament gezeigt, teilte das Unternehmen mit. Auch mache sie deutlich, dass das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle keineswegs zunehme. "Patienten und Ärzte können darauf vertrauen, dass Spiriva eine sichere und wirksame Arznei ist", erklärte Barner. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte im März erklärt, dass Spiriva möglicherweise ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko berge. Allerdings wies sie darauf hin, dass die Risiko-Auswertung noch nicht endgültig sei. Ärzte und Patienten würden aber so rasch wie möglich über eventuelle Probleme informiert. (rtr)



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