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Flughafen Köln

Terrorverdächtige festgenommen

Von Detlef Schmalenberg, 26.09.08, 10:18h, aktualisiert 26.09.08, 19:46h

Die Polizei hat am Freitagmorgen auf dem Flughafen Köln-Bonn zwei Terrorverdächtige in einem Flugzeug der Fluglinie KLM festgenommen, die im "Heiligen Krieg" sterben wollten. Nach Medieninformationen hatten sie Kontakt zu einem Netzwerk um den gesuchten Islamisten Eric Breininger. Die Bundesanwaltschaft bestätigt dies nicht.

Flughafen Köln Terror Islam
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Fahndungsplakate auf dem Flughafen Köln-Bonn: Die Bundespolizei nahm zwei Terrorverdächtige in einer Maschine der KLM fest. (Bild: dpa)
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Fahndungsplakate auf dem Flughafen Köln-Bonn: Die Bundespolizei nahm zwei Terrorverdächtige in einer Maschine der KLM fest. (Bild: dpa)
Köln - Die zwei auf dem Flughafen Köln-Bonn gestellten Terrorverdächtigen stehen im Verdacht, sich am Dschihad, am Heiligen Krieg, und möglichen Anschlägen beteiligen zu wollen, so ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Kriminalamts. Die Verdächtigen hätten entsprechende Abschiedsbriefe hinterlassen. Es handelt sich um einen 23-jährigen Somalier und einen in Mogadischu geborenen 24-jährigen Deutschen. Die Verdächtigen sollen dem Vernehmen nach nicht in Köln wohnen, kommen aber aus Nordrhein-Westfalen. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts (LKA) gibt es keine Hinweise darauf, dass sie eine Entführung des KLM-Flugzeugs planten.

Auf dem Weg nach Pakistan?

Nach einem Bericht des Berliner "Tagesspiegels" wollten die Männer über Amsterdam und Uganda nach Pakistan reisen. Vermutlich hätten sich der Deutsch-Somalier Omar D. und der Somalier Abdirazak B. zur Islamischen Dschihad Union (IJU) begeben wollen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Sicherheitskreise. Eine LKA-Sprecherin bestätigte dies nicht. Zu den möglichen Plänen der Verdächtigen und zu der Frage, wie die Behörden ihnen auf die Spur kamen, wollte sie keine Auskunft geben.

Die IJU soll hinter dem Versuch der so genannten Sauerland-Gruppe um den deutsche Konvertiten Fritz G. stecken, in der Bundesrepublik Anschläge mit Autobomben zu begehen. G. und zwei weitere Terrorverdächtige waren im September 2007 im Sauerland festgenommen worden.

Wie die Zeitung weiter berichtete, sollen die beiden in Köln Festgenommenen außerdem in Kontakt zu einem Islamisten in Bonn gestanden haben. Dieser solle seinerseits eine Verbindung zu dem gesuchten deutschen Islamisten Eric Breininger unterhalten haben. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte allerdings der Nachrichtenagentur AFP, die Festnahmen in Köln hätten nichts mit dem Fall Breiniger zu tun. Auch Sicherheitskreise machten gegenüber AFP deutlich, dass beide Fälle klar getrennt werden müssten. Es gebe keine direkte Schnittstellen.

Starterlaubnis zurückgezogen

Die Maschine der niederländischen Fluggesellschaft KLM mit der Flugnummer 1804 sollte am Morgen um 7.05 Uhr von Köln-Bonn nach Amsterdam-Schiphol fliegen. Nach Angaben des Flughafensprechers Walter Römer wurden die Verdächtigen um 6.55 Uhr, also kurz vor dem Start, in der Maschine festgenommen. Die Fokker 50, eine Propeller-Maschine, in der rund 40 Passagiere saßen, sei nicht gestürmt worden. Vielmehr hätten vier Bundespolizisten das Flugzeug betreten und die beiden Verdächtigen verhaftet. Offenbar waren sie schon länger beobachtet worden. Der Zugriff erfolgte nun, weil sie sich ins Ausland absetzen wollten.

Nach Angaben der niederländischen Fluggesellschaft hatte die Maschine schon die Startfreigabe erhalten. Unmittelbar danach sei die Starterlaubnis für den Flug KL1804 auf Anweisung der Polizei aber wieder zurückgenommen worden, sagte eine KLM-Sprecherin in Amsterdam. Alle Passagiere hätten nach der Festnahme der beiden Verdächtigen das Flugzeug wieder verlassen und ihr Gepäck identifizieren müssen. Die Gepäckstücke der Festgenommenen seien fortgebracht worden. Um 8.40 Uhr habe sie dann Flughafen Richtung Amsterdam verlassen.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf sieht trotz der Festnahmen keine Anzeichen für eine akute Anschlagsgefahr in Deutschland. Es gebe keine Hinweise für eine konkrete Gefährdung, sagte Wolf am Freitag in Düsseldorf. Bei den Festgenommenen habe es Anhaltspunkte gegeben, dass es sich um Personen "mit einem Gefährdungshintergrund" handle. Deswegen habe die Polizei eingegriffen. Die Ermittlungen führe das Land Nordrhein-Westfalen.

Erst am Donnerstag hatte das Bundeskriminalamt (BKA) eine Öffentlichkeitsfahndung nach zwei Terrorverdächtigen eingeleitet, die auf dem Weg nach Deutschland sein sollen. Der Saarländer Eric Breininger und der gebürtige Libanese Houssain al Malla könnten in Deutschland Anschläge planen, hieß es. Konkrete Hinweise auf Attentatsvorbereitungen oder Ziele gebe es aber nicht, betonten die Sicherheitsbehörden.

Der aus dem Saarland stammende Breininger hatte vor wenigen Monaten in Videos im Internet mehrfach gedroht, ein Selbstmordattentat begehen zu wollen. Zuletzt waren Breininger und Al Malla nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Pakistan vermutet worden. Beide haben nach Erkenntnissen der Behörden Ausbildungen in Terrorlagern im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet absolviert. (mit dpa/rtr/afp)



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