Von Claudia Lehnen, 02.10.08, 14:35h, aktualisiert 06.10.08, 08:36h
Die Stimme ist nach Aussage von Sendlmeier beim Kennenlernen deshalb so wichtig, weil sie dem Gegenüber einen Blick in den Charakter ermöglicht. Extrovertiert, introvertiert, stabil, labil. All das ist erkennbar, wenn das Gegenüber nur ein paar Sätze gesprochen hat. Verblüffend ist: „Selbst- und Fremdbeurteilung stimmen hier sehr oft überein“, so Sendlmeier. Mogeln sei bei der Stimme sehr viel schwerer als beim Austauschen von Fotos.
Insgesamt stehen Frauen vor allem auf tiefe Männerstimmen, weiß Sendlmeier. Männer bevorzugen mittlere Stimmlagen, „gerne behaucht oder mit ein bisschen Nasalität, das wirkt erotisch“, sagt Sendlmeier. Wer jetzt aber jedem Laut einen hörbaren Luftstrom an den Stimmbändern vorbei hinterherschickt, der handelt nur unökonomisch. Schließlich lässt sich der Ausdruck einer Stimme nicht einfach ändern. „Das ist nicht einfach trainierbar. Die Stimme ist der Ausdruck eines Charakterkomplexes“, sagt Sendlmeier. Wenn Sie also einen prima Gatten mit fisteliger Piepsstimme haben, dann schieben sie nicht alles auf die Stimme. Hinter dem Ton steckt der ganze Charakter. Und der ist vielleicht auch ein bisschen dünn.
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