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Deutschland droht eine Rezession

Erstellt 14.10.08, 11:39h, aktualisiert 14.10.08, 14:52h

Die Finanzkrise könnte voll durchschlagen: Nach Einschätzung der führenden Forschungsinstitute könnte Deutschland in die Rezession abgleiten. Die Experten senkten die Wachsumsprognose für 2009 drastisch. Schlimme Nachrichten auch für den Arbeitsmarkt: Die Zahl der Erwerbslosen werde um 223.000 zunehmen.

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Der deutschen Wirtschaft droht eine Rezession. (Bild: dpa)
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Der deutschen Wirtschaft droht eine Rezession. (Bild: dpa)
BERLIN - Deutschland steht im Zuge der weltweiten Finanzkrise am Rande einer Rezession. Zu diesem Ergebnis kommen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem am Dienstag in Berlin vorgestellten Herbstgutachten. Die Forscher rechnen im kommenden Jahr nur noch mit einem Wachstum von 0,2 Prozent, nachdem sie im Frühjahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,4 Prozent vorausgesagt hatten. Im schlimmsten Fall könnte Deutschland auch in eine Rezession geraten, hieß es. Der Konjunktureinbruch wird nach Ansicht der Institute auch den Arbeitsmarkt belasten. Lob gab es für das Rettungspaket der Bundesregierung für die Bankenbranche.

Für das laufende Jahr erwarten die Institute trotz der Konjunkturabkühlung noch einen Anstieg des BIP um 1,8 Prozent. In diesem Herbst verschlechterten sich dem Gutachten zufolge aber die Aussichten für die deutsche Wirtschaft "deutlich". Deutschland sei von der internationalen Konjunkturschwäche besonders betroffen, weil die Nachfrage nach Investitionsgütern zurückgehe und diese im deutschen Export eine überragende Rolle spielten.

Die Weltkonjunktur wird nach Ansicht der Institute noch weiter an Fahrt verlieren. Wenn es gelinge, den Bankensektor zu stabilisieren, dürfte sich diese ab Mitte 2009 allmählich erholen, hieß es in dem Gutachten. Der größte Unsicherheitsfaktor bestehe aber "im Ausmaß und der Dauer der Krise an den internationalen Finanzmärkten."

Forscher begrüßten Rettungspaket

Die Forscher begrüßten das Rettungspaket der Bundesregierung. Grundsätzlich stimme die dabei eingeschlagene Richtung, sagte Udo Ludwig vom Institut für Wirtschaftsforschung in Halle. Die Wirkung sei allerdings "äußerst schwierig" abzuschätzen. Wenn es funktioniere, habe die in einem Basisszenario aufgestellte Prognose von einem Wachstum von 0,2 Prozent "höchste Wahrscheinlichkeit". In einem Risikoszenario, das von einem längeren und stärkeren Abschwung ausgeht, gerät Deutschland dem Gutachten zufolge dagegen in eine "ausgeprägte Rezession". Das BIP würde in diesem Fall um 0,8 Prozent zurückgehen.

Der Arbeitsmarkt wird in jedem Fall deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Im Verlauf des Jahres 2009 werde die Zahl der Arbeitslosen um 223.000 zunehmen, prognostizieren die Institute. Im Jahresdurchschnitt bedeute dies aber eine Stagnation bei der Arbeitslosigkeit. Im Risikoszenario rechnen die Forscher sogar mit einer deutlichen Verschlechterung am Arbeitsmarkt. Bei dieser Prognose gingen im kommenden Jahr fast 400.000 Arbeitsplätze verloren.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) erklärte, die Institute hätten der ernsten Situation an den Finanzmärkten Rechnung getragen. Die Belastungen aus dem globalen Umfeld seien erheblich und würden auch die deutsche Wirtschaft nicht unbeeindruckt lassen. Die Bundesregierung will ihre Prognose für 2009 am Donnerstag vorlegen. (afp)



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