Erstellt 25.10.08, 12:27h
Auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten sei man - wie in vielen anderen Kommunen auch - auf die Ortsbeleuchtung gekommen, erinnert sich Bürgermeister Wolfgang Schneider. Brannten die 1.100 Laternen immer bis 1.00 Uhr nachts, gehen die Lichter seit dem vergangenen Jahr bereits um 23.00 Uhr aus. "Wir haben dadurch einen Spareffekt von 15 000 bis 20 000 Euro pro Jahr", rechnet Schneider vor. Doch die Freude über sinkende Energiekosten währte nicht lang. "Ich habe mir den Zorn der Bürger zugezogen", sagt der Bürgermeister.
Vorbild aus Sachsen-Anhalt
Die Menschen in Hinte befürchteten mehr Einbrüche und Überfälle, eine Zunahme der Unfälle auf den unbeleuchteten Straßen. Nichts von dem sei eingetreten, sagt der Bürgermeister. Dennoch habe er nach einem Ausweg gesucht. Gefunden hat er ihn in Döblitz, in Sachsen-Anhalt.
Denn der Informatiker Heinrich Frühauf stand in Döblitz vor demselben Problem. In der 200-Seelen-Gemeinde wurde die Ortsbeleuchtung um 22.00 Uhr gelöscht. "Der Bürger muss sein Licht haben", erkannte Frühauf nach einem Sturz in der Dunkelheit und kam auf die Idee, die 40 Laternen im Ort per Handy einzuschalten. Dazu installierte er im Hauptschaltkasten ein altes Mobiltelefon nebst eigens entwickeltem Modul. Ruft der Bürger das Handy an, löst der Stromimpuls den Lichtschalter aus.
Das funktioniert übrigens nicht nur per Handy, auch vom Festnetz aus kann das Licht angeknipst werden. Einzige Voraussetzung: Die Rufnummer muss übertragen werden. Denn aus Döblitz weiß Frühauf, dass auch so mancher Schabernack mit den Laternen getrieben wird: "Gerade zu Anfang war der Spieltrieb recht groß." Will sagen: Man testete, und das nicht nur nachts, ob das System auch wirklich funktioniert. Inzwischen hat der findige Informatiker aus dem einstigen Prototypen ein umfassendes Service-Paket rund um die Ortsbeleuchtung entwickelt.
Eine Viertelstunde Licht
Derzeit rüstet Frühauf die 25 Schaltstellen der Gemeinde Hinte mit seinen Modulen aus. Die Arbeiten sollen bis Mitte November abgeschlossen sein. Dann geht es zunächst in eine Probephase. "Mitarbeiter des Rathauses werden testen, ob die Handysteuerung auch reibungslos funktioniert", sagt Bürgermeister Schneider. Ab 2009 sollen die Einwohner dann - gegen eine Gebühr - für einzelne Straßenzüge freigeschaltet werden. Nach Aktivierung sollen die Lampen bis zu 15 Minuten brennen. Wie hoch die Gebühr sein wird, ist noch nicht klar.
Übrigens: Einen positiven Effekt hat die Umrüstung auch für die Mitarbeiter des Bauhofes. Bislang mussten sie bei besonderen Anlässen wie Festivitäten und Zeitumstellungen zu den einzelnen Schaltstellen fahren und dort die Leuchtdauer der Laternen einstellen. Nach dem Umbau - der 15.000 Euro kosten soll - soll das zentral vom PC aus geschehen.
(ddp)
Straßenbeleuchtung on demand
02.03.2009 | 14.58 Uhr | angi
Gute Sache.
Aber nicht neu.
Dörentrup.
Hier kostet die Straßenbeleuchtung den Bürger nichts.
(Bis auf Telefonkosten).
Ein bis drei…
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