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Bei Einreise festgenommen

Deutsche Islamisten in Ägypten im Knast

Erstellt 30.10.08, 11:41h, aktualisiert 30.10.08, 14:20h

Verschleiert und unterbelichtet: Die fünfköpfige Familie aus Baden-Württemberg soll schon bald wieder nach Deutschland abgeschoben werden. Das berichtet eine Zeitung in Kairo.

KAIRO - Die Kairoer Tageszeitung "Al-Badeel" berichtete unter Berufung auf die Behörden in der Provinz Kena, die fünf Deutschen - vier Frauen und ein Mann - hätten nach der Einreise ihre deutschen Pässe vernichtet, weil sie keine von "ungläubigen Herrschern" ausgestellten Dokumente besitzen wollten. Sie wollten auch nicht nach Deutschland zurückkehren, sondern in Ägypten bleiben.

Augenzeugen berichteten, der Mann, seine Ehefrau, seine beiden Schwestern und seine Mutter hätten nach der Festnahme intensiv darüber diskutiert, ob man sich als Muslim für ein Passbild fotografieren lassen dürfe. Die vier Frauen hätten weite Gewänder, Handschuhe und Gesichtsschleier getragen, nur ihre Augen seien zu sehen gewesen. Ein Augenzeuge sagte, die Deutschen, die kein Arabisch sprächen, hätten offensichtlich einen "bildungsfernen Hintergrund".

Nach Informationen von "Al-Badeel" rechnen die ägyptischen Behörden die deutsche Familie dem Umfeld der radikalen Islamisten-Organisation Al-Takfir wa Al-Hidschra (Exkommunikation und Auswanderung) zu. Sie sollen jedoch keine Straftaten begangen haben, für die sie in Ägypten vor Gericht gestellt werden könnten. Vor einer Abschiebung nach Deutschland muss jedoch noch geklärt werden, mit welchen Papieren die Familie reisen soll und wer ihren Flug bezahlt.

Der Fall der in Ägypten gestrandeten Familie ist binnen eines Monats der zweite Fall von radikalen Konvertiten aus Deutschland, die sich als radikale Islamisten gegen ihr Herkunftsland wenden und ihr Heil in einem islamischen Land suchen. (dpa)



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