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Kahlschlag befürchtet

DJV kritisiert WAZ-Sparplan

Erstellt 11.11.08, 19:08h

Die geplanten Kürzungen bei der WAZ-Mediengruppe stoßen auf Widerstand in der Belegschaft und bei den Journalisten-Gewerkschaften. WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz verteidigte die Sparpläne.

WAZ-Mediengruppe in Essen
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Die Zentrale der WAZ-Mediengruppe in Essen. (Bild: ddp)
WAZ-Mediengruppe in Essen
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Die Zentrale der WAZ-Mediengruppe in Essen. (Bild: ddp)
ESSEN - Die WAZ-Gruppe erwirtschafte Jahr für Jahr zweistellige Millionengewinne, kurzfristige betriebsbedingte Kündigungen seien für ein solches Unternehmen ein völlig unpassendes Mittel, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) Kajo Döhring am Dienstag in Essen. WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz zeigte Verständnis für die Kritik, verteidigte aber die Sparpläne.

Die Gewerkschaften planten breite Öffentlichkeitsaktionen gegen einen "Kahlschlag" mit Einsparungen von bis zu 30 Millionen Euro und bis zu 300 betriebsbedingten Kündigungen, sagte Döhring. Schon jetzt erscheinen die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" WAZ, die "Neue Ruhr/Rhein Zeitung" NRZ, die "Westfälische Rundschau" WR und die "Westfalenpost" WP mit geringerer Seitenzahl. Außerdem sollen WAZ, NRZ und WR künftig in einer gemeinsamen Mantelredaktion zusammenarbeiten.

Reitz sagte, die vier NRW-Titel zusammen seien erstmals in ihrer Geschichte in den roten Zahlen. "Eine Zeitlang kann man das von anderen WAZ-Titeln, etwa den Balkan-Blättern, quersubventionieren lassen", so Reitz. Die WAZ Mediengruppe gibt in Südosteuropa unter anderem 26 Tageszeitungen heraus. "Auf Dauer wäre das aus meiner Sicht aber nicht gerecht." Dasselbe gelte für die Tatsache, dass die "WAZ" mit ihren Gewinnen die Verluste der drei kleineren Blätter "NRZ", "WR" und "WP" mittrage. Auch das könne man auf Dauer nicht akzeptieren.

Die Gewerkschaftsvertreter betonten, die Belegschaft sei bereit, an Qualitätsverbesserungen und Sparkonzepten mitzuarbeiten. Die vorliegenden Pläne mit einem erheblichen Personalabbau sowie zentralen Produktionsdesks führten aber zu einem "monopolistischen Einheitsbrei", kritisierten der DJV-Landesvorsitzende Helmut Dahlmann und dju-Landeschef Frank Biermann. Wenn die Zeitung in entfernten Zentralredaktionen "zusammengezimmert" werde, verliere sie ihre Attraktivität für die Leser draußen. Diesem Vorwurf widersprach Reitz entschieden. Das Reformkonzept erhalte die volle Eigenständigkeit aller Titel einschließlich ihrer lokalen Verankerung und ihrer unterschiedlichen politischen Ausrichtung, sagte er.

Die Betriebsräte der vier Titel hatten am Vormittag zu einer Betriebsversammlung eingeladen. Am 21. November will eine von der WAZ-Geschäftsführung eingesetzte Unternehmensberatung ihren Bericht vorstellen. Er sei optimistisch, danach mit den Betriebsräten und Gewerkschaften zu einer Einigung zu kommen, sagte Reitz. Das Verhalten der Gewerkschaften sei konstruktiv. "Ich hoffe, dass wir es ohne betriebsbedingte Kündigungen schaffen." (dpa)



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