Von Georg Imdahl, 17.11.08, 22:19h
Eine spürbare Internationalisierung und Auffrischung des Teilnehmerfelds bezeugt die vorläufige Liste für die Art Cologne im kommenden Frühjahr, welche die Kölnmesse am Montag - auf Anfrage - vorgelegt hat. Sie umfasst etwa 150 von maximal 180 Galerien, die in allen Sparten dabei sein werden. Erstmals findet die Art Cologne 2009 in der Halle 11 statt, nachdem die Hallen 4 und 5 in der Kritik gestanden hatten. Dort waren zuletzt deutlich mehr als 200 Galerien gezählt worden. Anders als noch vor kurzem geplant soll sich die 43. Art Cologne vom 22. bis 26. April zudem auf nur zwei Ebenen - nicht auf drei - erstrecken und damit eine Verdichtung auch hinsichtlich des Raumangebots erfahren. Im Dezember will die KölnMesse die Teilnehmer der Segmente Open Space und „New Contemporaries“ (Neue Zeitgenossen) und damit das endgültige Ausstellerfeld bekanntgeben.
Rückkehrer und Zugänge
Auf dem Gebiet von Moderne und Nachkriegskunst hat die erste Liste von Daniel Hug, dem neuen künstlerischen Leiter, einige gewichtige Zugänge und Rückkehrer zu bieten, darunter die Londoner Galerie Annely Juda, den Düsseldorfer Auswahljuror Hans Mayer und Lahumière aus Paris. Nach Köln kommen des Weiteren der Fotospezialist und Art-Basel-Teilnehmer Berinson aus Berlin und auch 2009 wiederum Johannes Faber aus Wien, ebenfalls auf Fotografie ausgerichtet. Aufhorchen lässt außerdem das Kommen der Galerie Valerie Carberry Chicago, die bereits für die im Dezember anberaumte Art Basel Miami Beach zugesagt hatte. Neu auf der „Modern / Post-War“-Liste ist schließlich Taguchi Fine Art aus Tokio.
Auf dem Tummelplatz der zeitgenössischen Produktion überrascht Hug mit den Gebrüder Lehmann aus Leipzig und Berlin - fürwahr ein erfreulicher Fischzug. Auch im Milieu seiner eigenen früheren Galerie in Los Angeles hat sein Werben Früchte getragen. Ihre Teilnahme zugesagt haben die Galerien 1301 PE, China Art Objects, Mihai Nicodim und Redling Fine Art (wohl nicht an den Start geht Hugs frühere Galerie, die heute unter dem Namen Mesler & Hug firmiert, an welcher der Art-Cologne-Chef aber in keiner Weise mehr beteiligt sei, wie die Messe betont). Aus London nimmt Laura Bartlett teil, aus Moskau die einflussreiche Galerie M + J Guelman, von der Marat Guelman soeben zum Direktor des neuen Perm Museum of Contemporary Art am Ural erkoren worden ist. Für Köln 2009 haben sich auch die Art-Basel-Teilnehmer Sutton Lane (London / Paris) und T-293 (Neapel) entschieden. Zugesagt haben ferner der Pariser Fiac-Teilnehmer Frank Elbaz sowie die Züricherin Nicola von Senger.
Kewenig nimmt nicht teil
Unterdessen fehlt bislang mit der Galerie nächst St. Stephan aus Wien eine der treuesten Art-Cologne-Weggefährtinnen - so weit sich die von Rosemarie Schwarzwälder geführte Galerie nicht noch auf der Open-Space-Liste einfindet. Und aus Köln sind zwei sehr schmerzliche Aderlässe zu beklagen. Michael Kewenig möchte im April 2009 „für Kontraste“ im eigenen Laden sorgen und zieht der Art Cologne die zeitgleich stattfindende Art Brüssel vor. „Ich habe in Köln meinen Teil geleistet“, so Kewenig gestern gegenüber dieser Zeitung, was allerdings nicht endgültig gemeint sein soll. Brüssel statt Köln lautet auch die Losung von Thomas Zander. Heute soll die vorläufige Liste online gestellt werden.
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