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Verrücktes Bürogebäude

Signal des Aufbruchs

Von Barbara aus der Wiesche, 18.11.08, 20:09h

Ungewöhnliche Architektur zieht kreative Firmen nach Zollstock: Neben dem Toom-Markt am Zollstockgürtel, unweit des Güterbahnhofs Eifeltor, entsteht Kölns ungewöhnlichstes Bürohaus. Es setzt mit schiefen Elementen und knalligen Farben deutliche Akzente. Ein Großteil ist bereits vermietet.

Euronova-Bürogebäude Zollstock
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Zollstock hat jetzt eins der ungewöhnlichsten Bauwerke der Stadt zu bieten: die Euronova Loft- und Ateliermeile Süd. (Bild: Stefan Worring)
Euronova-Bürogebäude Zollstock
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Zollstock hat jetzt eins der ungewöhnlichsten Bauwerke der Stadt zu bieten: die Euronova Loft- und Ateliermeile Süd. (Bild: Stefan Worring)
Zollstock - „Wir gehen immer da hin, wo kein anderer hin will“, kokettiert Bernd Reiter. Um dann zu tun, was sich sonst keiner traut - das sagt er zwar nicht, aber die Fakten sprechen dafür. Reiter, Geschäftsführer der Bernd Reiter Gruppe in Hürth, ist „Projektentwickler mit Visionen“, die er konsequent umsetzt.

Wie auf dem Grundstück am Zollstockgürtel 57-67 neben dem Toom-Markt, das selbst Baudezernent Bernd Streitberger als „schwierige Fläche“ bezeichnet, als „handtuchgroß und sehr lang“. Auf keinen Fall sei es ein Areal, bei dem man sofort wisse, „da musst Du hin und investieren“. Reiter hat es gekauft und bebaut - mit einer völlig verrückten Architektur zur Straße hin und einem eher konventionellen, klaren Baustil auf dem rückwärtigen Gelände. Schon beim ersten Blick auf die „Euronova Loft- und Ateliermeile Süd“ wird klar, dass hier Arbeitsraum für Individualisten geschaffen wurde. Das an den Zollstockgürtel grenzende Haus widerspricht jeder konventionellen Linienführung - es hat so schiefe Elemente, dass man um die Standsicherheit des Gebäudes fürchtet. Auffallend ist ein scheinbar fallender Turm in markantem Blau, den Reiter als „Signal für das bunte Leben hier“ bezeichnet. Hinter dem Eingangstor zur Loft- und Ateliermeile mit seiner „dekonstruktivistischen Formensprache“ entstehen fünf Atelierhäuser (eins wurde am Dienstag im Beisein von rund 150 Gästen eingeweiht) mit großen Glasflächen und bis zu fünf Meter hohen Decken.

84 Prozent der Flächen vermietet

Die Wände bestehen aus nacktem Beton, die Böden sind mit dunklem Industrieparkett ausgelegt. Reiter, der in Zollstock rund acht Millionen Euro investiert: „Wir stellen nur die Hülle her, ausfüllen müssen sie die Mieter.“ Als Zielgruppe hat er die Kreativen im Auge - Künstler, Firmen aus den Bereichen Marketing, IT und Kommunikation. Von den 5.000 Quadratmetern Gewerbefläche im ersten Bauabschnitt sind 4.200 bereits vermietet, die Mieten bewegen sich zwischen zehn und 14 Euro pro Quadratmeter. In einem zweiten Bauabschnitt entstehen weitere Ateliers mit insgesamt 11.000 Quadratmetern Nutzfläche, „Bauten, die die strenge Trennung zwischen Arbeiten und Leben aufbrechen“ (Reiter). Der Investor ist davon überzeugt, dass „Euronova“ für Aufbruchstimmung in Zollstock sorgen wird. Das Konzept passe zu Köln, findet Baudezernent Streitberger, die Kreativwirtschaft nehme großen Raum in der Stadt ein. Mit dem Euronova Business Park leiste die Bernd Reiter Gruppe einen wichtigen Entwicklungsbeitrag für die Stadt.



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