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Eugen-Biser-Preis

Ehrung für Scharia-Verfechter

Von Harald Biskup, 18.11.08, 20:49h, aktualisiert 19.11.08, 13:18h

Ein Verfechter der Scharia und der Islamisierung Europas soll am Samstag mit dem Eugen-Biser-Preis geehrt werden. Pikant: Die Laudatio soll Innenminister Wolfgang Schäuble halten. Die Stiftung stellt sich hinter den Preisträger.

Mustafa Ceric
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Mustafa Ceric, der Großmufti von Sarajevo, bei einem Besuch in Rom Anfang November. (Bild: rtr)
Mustafa Ceric
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Mustafa Ceric, der Großmufti von Sarajevo, bei einem Besuch in Rom Anfang November. (Bild: rtr)
Ceric und Papst Benedikt
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Mustafa Ceric und Papst Benedikt XVI. am 6. November bei einem Treffen muslimischer und katholischer Würdenträger in Rom. (Bild: afp)
Basarviertel von Sarajevo
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Das Basarviertel von Sarajevo. In der bosnischen Stadt ist Ceric Großmufti. (Bild: dpa)
Ceric und Papst Benedikt
Basarviertel von Sarajevo
KÖLN - Kurz vor der Verleihung des renommierten Eugen-Biser-Preises an den muslimischen Großmufti von Bosnien-Herzegowina, Mustafa Ceric, sind Zweifel an der Eignung des Preisträgers laut geworden. Ceric soll für seinen Beitrag zur Verständigung der Religionen geehrt werden, hat aber nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeiger mehrfach für die Einführung des islamischen Rechts, der Scharia, im Westen und für die „Islamisierung“ Europas plädiert.

Der Historiker Michael Wolffsohn, jüdisches Mitglied im Stiftungsrat der Biser-Stiftung, sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger, sollten diese Vorwürfe zutreffen, halte er Ceric für ungeeignet. Entscheidend sei, dass es sich bei den Geehrten „um Brückenbauer und nicht um irgendwelche Fundis“ handele.

Der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Heiner Köster, sprach von der Möglichkeit, dass die Preisverleihung auf einer „Täuschung“ basiere. Ceric soll mit zwei weiteren muslimischen Theologen geehrt werden, weil er nach der umstrittenen Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. aus dem Jahr 2006 ein Dialogangebot islamischer Gelehrter an den Vatikan initiiert hatte. Später wiederum wies Köster die Darstellung zurück, wonach "Zweifel an der Eignung" des diesjährigen Trägers des Eugen-Biser-Preises laut geworden seien, da er für eine Islamisierung Europas durch die Einführung der islamischen Rechtsordnung "Scharia" plädiert habe.

Die Stiftung stehe voll und ganz hinter Ceric und seinem bedeutenden Beitrag zum christlich-islamischen Dialog, erklärte Köster am Mittwoch auf Anfrage in München. Bei der Preisverleihung am Samstag in München werde Ceric seine Haltung zum Thema präzisieren.

Als Laudator zur Verleihung des Preises, benannt nach dem Religionsphilosophen und Theologen Eugen Biser, am Samstag (22. November) in der Münchner Residenz ist Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgesehen.

Ceric hatte im Mai in einer CDU-nahen Publikation betont, der Islam in Europa beruhe auf den Grundpfeilern Glaube, Scharia und Imamat (geistliche Führung). Die Verpflichtung auf die Scharia sei „immerwährend, nicht verhandelbar und unbefristet“, so Ceric in der von der Europäischen Volkspartei (EVP) herausgegebenen Zeitschrift „European View“. Zwar soll er sich danach von diesen Aussagen distanziert haben. In bosnischen Medien rief er allerdings zur „Islamisierung und Institutionalisierung des Islam in Europa“ auf.

Der 2002 gestiftete Eugen-Biser-Preis wurde bisher zweimal verliehen, zuletzt an Kardinal Karl Lehmann.



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