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Hafen-Konzept

Überkapazitäten befürchtet

Von Ulrike Süsser, 19.11.08, 20:04h, aktualisiert 19.11.08, 20:06h

Beim Beschluss zum Ausbau des Godorfer Hafens hat der Rat offenbar übersehen, dass auch im Kölner Norden ein neues Container-Terminal entsteht. Damit wären im Hafen Niehl deutlich mehr Kapazitäten vorhanden. Die Hafenausbau-Gegner fordern nun eine Rücknahme des Beschlusses.

Streit um Godorfer Hafen
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Die Notwendigkeit der Hafenerweiterung in Godorf ziehen Ausbaugegner in Zweifel. (Bild: Worring)
Streit um Godorfer Hafen
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Die Notwendigkeit der Hafenerweiterung in Godorf ziehen Ausbaugegner in Zweifel. (Bild: Worring)
Godorf/Niehl -

Es ist bisher ohne öffentliche Beachtung geblieben, dass die Häfen und Güterverkehr AG (HGK) im Kölner Norden ein neues Verladeterminal baut in einem ehemaligen Industriegebiet vier Kilometer nördlich des Niehler Hafens. Den Planfeststellungsbeschluss für das „KLV-Terminal Köln-Nord“ gibt es bereits, im Jahr 2010 soll es fertig sein. 143 000 Quadratmeter Fläche werden geschaffen für die Verladung von Containern und Massengütern. Kostenpunkt: 60 Millionen Euro. Selbst gut informierte Gegner des Ausbaus des Godorfer Hafens zeigten sich davon überrascht.

Dieter Neef von der Initiative „Für eine bessere Zukunft der Kölner Häfen“ stellte diese Neuigkeit bei einer Veranstaltung der Bürgervereinigung Rodenkirchen vor. Völlig isoliert sei seit 20 Jahren nur der 60 Millionen Euro teure Ausbau des Godorfer Hafens im Kölner Süden betrachtet und vom Rat beschlossen worden, meinte er. Dabei sei der KLV-Terminal offensichtlich übersehen und nicht in Vergleiche einbezogen worden.

Nach wie vor sei auch die Parole „Niehl ist voll“ nicht haltbar, meinte er. Der bestehende Hafen Niehl I biete durch Umnutzung erhebliches Potenzial für weitere Container- und Massengutflächen. Diese Kapazitäten werden von der HGK bestritten. Nach aktuellen Recherchen der Hafeninitiative seien in den zurückliegenden zehn Jahren 5300 Quadratmeter Containerflächen pro Jahr in Niehl dazugekommen. Umstrukturierungen seien also möglich und zukunftsgerecht, sagte Dieter Neef. Er bezifferte die möglichen Umnutzungsflächen auf 282 000 Quadratmeter. Als der Rat im vergangenen Jahr den Godorfer Ausbau beschlossen hat, habe er letztlich einer Doppelerweiterung von Umschlagflächen in Höhe von 120 Millionen Euro zugestimmt. Überkapazitäten bis 2030 würden so geschaffen, meinte Neef.

Auffallend hohe Gewinnprognose

Schließlich kritisierte er, dass der Rat die gutachterliche Gewinnberechnung für Godorf zu wenig hinterfragt habe. Das Wirtschaftlichkeitsgutachten errechnet für Godorf mit 116 000 Quadratmetern Hafenfläche einen Gewinn von sieben Millionen Euro ab dem ersten Jahr, was einer Umsatzrendite von 68 Prozent entspreche. Die gesamte HGK AG mit 1 251 000 Quadratmeter Hafenfläche und anderen Einnahmen aus Güterverkehr und Vermietung komme nur auf 4,5 Millionen Euro Gewinn.

Die Initiative fordert die Rücknahme der Ratsentscheidung, noch bevor die bereits laufenden Aktivitäten zur Godorfer Hafenerweiterung im Naturschutzgebiet Sürther Aue Schaden anrichten können. Der KLV-Terminal solle wie geplant gebaut, der Niehler Hafen umstrukturiert und modernisiert werden.



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