Von Kirsten Boldt, 24.11.08, 22:33h, aktualisiert 25.11.08, 09:28h
Im Erftkreis hat sich bei den Beraterinnen ein internes Erkennungswort für diese Beratungsform eingebürgert: „Same procedure.“ Es bedeutet so viel wie „dasselbe Verfahren“ und ist Ausdruck für ein Schema: Die Frauen kommen aus denselben Gründen und allen muss auf dieselbe Art geholfen werden. „Die Schwangeren werden völlig beherrscht von der Angst vor der angedrohten Gewalt durch ihre Väter und Brüder. Um die Ehre ihrer Familien zu wahren, gibt es nur einen Ausweg: die Abtreibung, auch wenn sie den Vater ihres Kindes später heiraten“, berichtet Zimmermann.
In 99 Prozent der Fälle wollen die Frauen unbemerkt abtreiben. „Sie sind sicher auch traurig, aber total allein, dürfen sich niemandem anvertrauen in ihrem Bekanntenkreis. Der kulturelle Druck ist so hoch, dass sie offenbar kaum Gefühle hochkommen lassen dürfen. Es gibt auch Frauen, die sehr viel weinen um ihr chancenloses Kind. Aber die Mehrzahl nimmt die Abtreibung sehr gefasst als Notwendigkeit hin.“ Nach der Abtreibung und auch nach vorehelichem Geschlechtsverkehr bäten die Frauen um weitere Hilfe bei der Suche nach einem Operateur, der ihnen das Jungfernhäutchen wiederherstellt. „Auch dabei unterstützen wir sie dann.“
Als Beraterin findet sie diese kulturellen Gründe für Abbrüche „einfach schrecklich“. Die traditionellen Geschlechterrollen setzten türkische Mädchen unter Druck. „Sie erleben, wie ihre deutschen Freundinnen ungestraft sexuelle Erfahrungen machen können. Auch türkischen Jungen ist alles erlaubt. Da wollen die Mädchen mithalten, die alten Rollenmuster funktionieren hier nicht mehr so. Wenn es dann schiefgeht, müssen sie alles allein ausbaden. Denn das Verstoßen werden von der Familie, die Gewalttätigkeiten durch Brüder und Väter werden noch mehr gefürchtet.“
Religionsausübung ist nicht Thema
26.11.2008 | 13.23 Uhr | Betrachter
Geromarkus, eine Prunkmoschee ist kein „Gotteshaus“ sondern ein Kulturzentrum, in dem es u.a. auch (geschlechtergetrennte) Gebetsräume gibt.…
Keine Pauschalitäten und Kurzschlüsse bitte
25.11.2008 | 21.22 Uhr | geromarkus_1691
"[Wir] feiern [...] den mohammedanischen Frauenhaß als kulturelle Bereicherung und bejubeln den Bau türkischer Moscheen."
Ich befürworte allerdings…
clash of civilizations
25.11.2008 | 14.17 Uhr | Nichtkölner
Der "kulturelle Druck" als Hintergrund dieses Verhaltens wird selten genug genannt. Tatsächlich prallt hier eine archaisch-vormoderne Welt meist…
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