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BND-Vorwürfe

„Verwicklung in Terror ist absurd“

Von Sibylle Quenett, 24.11.08, 20:36h

Berlin hat die Vorwürfe zurückgewiesen, dass es sich bei dem Terroranschlag in Pristina um einen offiziellen Auftrag gehandelt habe. Zur Identität und zu den Aufgaben der im Kosovo einsitzenden Männer gibt es keine Angaben.

Pristina
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Der Deutsche Andreas J. wird von einem Polizisten in das Gefängnis von Pristina gebracht. Berlin machte keine Angaben zur Person. (Bild: dpa)
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Der Deutsche Andreas J. wird von einem Polizisten in das Gefängnis von Pristina gebracht. Berlin machte keine Angaben zur Person. (Bild: dpa)
BERLIN - Die Bundesregierung hat am Montag in Berlin den Verdacht zurückgewiesen, drei im Kosovo festgehaltene Deutsche könnten im offiziellen Auftrag einen Terroranschlag auf die EU-Vertretung in Pristina verübt haben. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte: „Die Vorstellung, dass deutsche staatliche Stellen in terroristische Anschläge im Ausland verwickelt sein könnten, ist absurd.“

Steg und der Sprecher des Auswärtigen Amts, Jens Plötner, wollten indes keine Angaben zu der Identität und den Aufgaben der drei Deutschen machen. Berichte, es handele sich um Mitarbeiter des Nachrichtendienstes BND, bezeichnete Steg ausdrücklich als Spekulation. Solange die Ermittlungen liefen, wolle man sich dazu nicht äußern. Plötner sagte, er gehe davon aus, dass der Vorfall „keinerlei negative Auswirkungen“ auf die deutsch-kosovarischen Beziehungen haben werde. Er hoffe auf eine rasche Klärung. Das Außenministerium sei vor allem mit der konsularischen Betreuung der drei Festgenommenen betraut. Der deutsche Botschafter in Pristina habe zu ihnen Kontakt aufgenommen.

Der FDP-Innenpolitiker Max Stadler verlangt Aufklärung im Rahmen des geheim tagenden Parlamentarischen Kontrollgremiums, das sich im Laufe dieser Woche mit der Angelegenheit befasst. Er sagte, er wolle auf der Sitzung erfahren, ob die drei BND-Mitarbeiter seien oder für ihn arbeiteten. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung handelt es sich um drei Bundeswehrangehörige. Sie seien an den BND „ausgeliehen“ worden. Die Grünen-Chefin Claudia Roth sagte, der Fall zeige, wie notwendig eine Reform der Geheimdienste sei, die zu mehr Transparenz führe.

Der Sprecher der Polizei im Kosovo wollte die mutmaßliche Agententätigkeit der im Kosovo festgenommenen Deutschen am Montag nicht bestätigen. Die Polizei betrachte die Männer derzeit als Privatpersonen. Die Namen der Festgenommenen würden in kosovarischen Zeitungen mit Robert Z., Jahrgang 1961, sowie Andreas B. und Andreas J., beide 1967 geboren, angegeben. Sollten sie tatsächlich BND-Mitarbeiter sein, dürfte es sich wohl um Decknamen handeln, berichtet die Zeitung. (mit ddp)



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