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US-Studie

Wer nicht friert, ist warmherziger

Von Ismene Poulakos, 01.12.08, 21:03h

Eine amerikanische Studie hat Erstaunliches zutage gefördert: Demnach sind Menschen, denen warm ist, deutlich freundlicher im Umgang mit anderen Menschen. Für den Alltag eröffnet dieses Wissen ungeahnte Möglichkeiten.

Wärme Kaffee
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Ein Tasse Kaffee und warme Hände machen Menschen freundlicher. (BILD: JUPITER)
Wärme Kaffee
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Ein Tasse Kaffee und warme Hände machen Menschen freundlicher. (BILD: JUPITER)
Schon seit meiner Kindheit bin ich eine Frostbeule. Ohne einen warmen Kaffee am Morgen geht gar nichts. Ich liebe Wollsocken in drei Lagen, dicke Schals und schlafe auch an einem frischen Juniabend am liebsten mit einer Wärmflasche an den Füßen ein.

Das trägt einem natürlich auch jede Menge Hohn ein, besonders wenn man Freunde besucht und sich abends noch mal an den Wasserkocher schleicht. Deshalb möchte ich an dieser Stelle zum ultimativen Vergeltungsschlag gegen alle Spötter ausholen. Und zwar mit wissenschaftlicher Hilfe. Nach einer Untersuchung von amerikanischen Forschern sind nämlich Menschen, die es warm haben, auch tatsächlich warmherziger.

Die Wissenschaftler Lawrence Williams und John Bargh drückten 41 Probandinnen in einem Versuch eine Tasse Kaffee in die Hand, während sie deren Personalien notierten. Mal war das Getränk heiß, mal kalt. Anschließend bekamen die Teilnehmerinnen die Kurzbeschreibung eines Menschen zu lesen. Es klingt erstaunlich, war aber deutlich festzustellen: Die Frauen, die eine heiße Tasse Kaffee in der Hand hielten, urteilten später viel positiver als jene mit kalten Händen. Die Wärme führte offenbar dazu, dass die Frauen den Beschriebenen als selbstloser und liebevoller einschätzten, schrieben die Forscher im Fachmagazin „Science“.

Anschlussversuch mit Belohnung

Doch die Forscher beließen es nicht bei einer Messung der Einstellung, sondern überprüften in einem weiteren Experiment auch das Verhalten der Versuchspersonen. Dazu stellten sie ihnen für ihren Zeitaufwand eine Belohnung zur Aussicht. Sie durften zwischen einem kleinen Geschenk für sich und einem Geschenkgutschein für einen Freund wählen.

Auch hier waren die Frauen mit den warmen Händen großzügiger und entschieden sich für die Gutscheine, während die mit den kalten Fingern vorwiegend sich selbst beschenkten. Für die Psychologen der Yale University in New Haven ein deutlicher Hinweis darauf, dass Bezeichnungen wie „kühl“ oder „warmherzig“ in der Persönlichkeitsbeschreibung durchaus eine Doppeldeutigkeit aufweisen. Auch Untersuchungen der Hirnaktivitäten haben in der Vergangenheit ergeben, dass physische wie auch psychische Wärmempfindungen eng miteinander verknüpft sind.

Natürlich lässt sich solches Wissen auch gezielt im Alltag einsetzen. So sollte man Geschäftspartnern unbedingt ein Heißgetränk offerieren und beim Mineralwasser zumindest die Eiswürfel weglassen. Hilfreich ist sicher auch, dafür zu sorgen, dass es im Besprechungszimmer kuschelig warm ist. Auf jeden Fall jedoch sollte sich niemand mehr über Menschen lustig machen, die mit einer Wärmflasche an den Füßen einschlafen. Das sind nämlich die, die am nächsten Tag mit einem Geschenk vorbeikommen.



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