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FC Bayern

Grußadressen an die Konkurrenz

Von Lars Richter, 30.11.08, 22:19h

Der FC Bayern interpretiert das 2:0 in Leverkusen als willkommene Vorbereitung auf größere Aufgaben - Mittelfeldspieler Anatolij Timoschtschuk soll kurz vor einem Wechsel zum Rekordmeister stehen.

Franck Ribéry
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Franck Ribéry (vorn), hier gegen Patrick Helmes, war auch am Samstag in Leverkusen Münchens bester Spieler. (Bild: dpa)
Franck Ribéry
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Franck Ribéry (vorn), hier gegen Patrick Helmes, war auch am Samstag in Leverkusen Münchens bester Spieler. (Bild: dpa)
LEVERKUSEN - Aufhalten lassen wollte sich Luca Toni am Samstagabend von niemandem mehr, zielstrebig kam der italienische Stürmer des FC Bayern München mit seinem kleinen Rollkoffer aus dem Kabinengang der BayArena und eilte mit langen Schritten direkt auf den Mannschaftsbus zu. Die Zeit für eine kurze Demonstration seiner Deutschkenntnisse hat er im Vorbeigehen aber doch noch gefunden. „Großes Spiel von Zé Roberto“, rief er seinem brasilianischen Kollegen zu, bevor er mit einem breiten Grinsen in der dunklen Nobelkarosse des deutschen Fußball-Rekordmeisters verschwand. Zé Roberto (34) hat die ungemütlichen Temperaturen noch einen Moment länger ertragen, weil er geduldig seine Einschätzungen zum ungefährdeten 2:0 in Leverkusen formulierte. „Wir haben von Anfang an versucht, Druck zu machen. Bayer war offensiv nicht so stark, weil wir sehr gut nach hinten gearbeitet haben“, erklärte der Routinier zufrieden. „Jetzt haben wir unsere Chance gegen Hoffenheim.“

Die Gedanken der Sieger kreisten also schon um die Zukunft, am Freitag kommt es ja auch zum Showdown um die Herbstmeisterschaft in der heimischen Allianz Arena. „Ich bin immer froh, solche Spiele zu haben“, betonte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger. „Da geht es richtig um was.“ Noch hat Hoffenheim drei Punkte Vorsprung, doch ein Sieg gegen den Parvenü aus der Provinz wäre selbstverständlich ein hübscher Erfolg für das traditionell von maximalen Ansprüchen geprägte Selbstverständnis des bayerischen Branchenführers. „Wir setzen uns sehr hohe Ziele“, versicherte Trainer Jürgen Klinsmann am Wochenende noch einmal. „Wir wollen uns vergleichen mit Mannschaften wie dem FC Barcelona, Manchester United oder Juventus Turin.“

Das Match in Leverkusen interpretierten die ambitionierten Münchner als willkommene Gelegenheit, sich auf die schillernden Prüfungen in der Bundesliga und Champions League einzustimmen. Vor allem die starke zweite Halbzeit gegen den weitgehend wehrlosen rheinischen Widersacher veranlasste die seit mittlerweile 13 Partien Unbesiegten zu offensiver Rhetorik. „Wenn wir weiter so arbeiten, ist es schwer, uns zu schlagen“, ließ Philipp Lahm voller Überzeugung wissen. Die Konkurrenz soll sich das merken. Auch Manager Uli Hoeneß hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, den Gegnern pünktlich zum ersten Advent von Selbstzweifeln befreite Grußadressen zukommen zu lassen: „Die großen Spiele gewinnen die Teams mit den besten Spielern - und die haben wir.“

In erster Linie gilt diese Einschätzung für den französischen Künstler Franck Ribéry, der auch am Samstag Münchens Bester war. Am Führungstreffer von Luca Toni war der Freigeist mit den rosa Schuhen zwar nicht direkt beteiligt, doch das 2:0 von Miroslav Klose bereitete er mit einem klugen Pass vor. Der 25-jährige Ideengeber hat sich längst die Reputation des Genies erworben, von dessen Geistesblitzen die Münchner abhängig sind. Doch der FC Bayern arbeitet weiter eifrig an einer Verfeinerung seines Kaders: Wie die „Bild am Sonntag“ berichtete, soll der Klub vor der Verpflichtung des ukrainischen Nationalspielers Anatolij Timoschtschuk von Zenit St. Petersburg stehen. Angeblich soll sich der defensive Mittelfeldspieler zur sportärztlichen Untersuchung in München aufhalten und 15 Millionen Euro Ablöse kosten. In der Champions League allerdings wäre er nicht spielberechtigt. Dort müssen die Bayern auf die Impulse von Ribery und die Zielstrebigkeit von Luca Toni vertrauen.



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