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Haie - Nürnberg

Gänsehaut bei Müllers Comeback

Von Christian Oeynhausen, 16.11.08, 16:49h, aktualisiert 17.11.08, 12:52h

Der 5:1-Sieg der Kölner Haie gegen Nürnberg wurde vom Comeback des Haie-Keepers Robert Müller geprägt. Drei Monate nach der zweiten Operation wegen seines Hirntumors stand der 28-Jährige wieder in einem DEL-Spiel auf dem Eis.

Haie-Torwart Robert Müller
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Der Haie-Torwart Robert Müller. (Bild: dpa)
Haie-Torwart Robert Müller
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Der Haie-Torwart Robert Müller. (Bild: dpa)
Christoph Ullmann
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Christoph Ullmann (r.) konnte mit seinen Haien am Sonntag jubeln. (Bild: Getty)
Christoph Ullmann
KÖLN - Fast 52 Minuten sind gespielt am Sonntag in der Lanxess-Arena, die Kölner Haie liegen gegen die Nürnberg Ice Tigers 4:1 in Führung, das Spiel plätschert vor sich hin. Plötzlich beginnt ein Raunen auf den Rängen, das sofort zu „Robert-Müller-“-Sprechchören anschwillt. Es tut sich was auf der Kölner Spielerbank. Robert Müller zieht die Handschuhe an, greift nach der Kelle und rückt zum Türchen. Eine Minute steht er da, dann erzielen die Kölner per Konter das 5:1, die Partie ist unterbrochen. Frank Doyle, der stark gehalten hat, fährt vom Eis. Müller kommt.

Der Jubel wird laut wie nach einem großen Sieg. Die Leute recken Schilder mit Müllers Rückennummer 80 in die Höhe. Drei Monate nach seiner zweiten Operation wegen seines Hirntumors steht der 28-Jährige wieder in einem DEL-Spiel auf dem Eis. Am vergangenen Montag hat der „Spiegel“ Details über seine Krebskrankheit und die geringen Überlebenschancen veröffentlicht. Sechs Tage später hütet Müller das Kölner Tor, acht Minuten lang. Ein einziger Puck verirrt sich in seine Richtung, ein harmloser Befreiungsschlag. Sonst bekommt Müller nichts zu tun. Die Nürnberger fügen sich in die Niederlage. Die Gäste greifen gar nicht mehr richtig an. Keiner von ihnen will derjenige sein, der mit irgendeinem Glückstreffer auf ein nutzloses 2:5 stellt und damit Müller dieses Comeback verdirbt.

Niemand hat mit seinem Einsatz gerechnet, weder das Publikum, das Müller beim Einlaufen mit Enthusiasmus empfing, noch Müller selbst. „Ich war perplex, als der Trainer kam und fragte, ob ich rein will“, erzählte der Keeper.

Seine Kinder verpassten das Comeback, der Sohn liegt krank im Bett. Noch am Freitag, als Müller beim 2:3 nach Verlängerung in Duisburg erstmals wieder auf der Bank gesessen hatte, verkündete Trainer Clayton Beddoes, es sei zu früh für Kurzeinsätze. Der Sinneswandel, so sagt der junge Trainer, sei im Gespräch mit seiner Frau entstanden. „Er braucht so viel Eiszeit wie möglich“, sagt der Coach, „nur so kann er wieder in Form kommen, um unser Stammtorhüter zu werden“.

Die Mannschaft hat Beddoes am Sonntag die Gelegenheit dazu gegeben. Es war einer der besseren Tage in diesem trüben Herbst des KEC. Vor allem die junge deutsche Reihe mit Marcel Müller, Christoph Ullmann und Philip Gogulla überzeugte und lieferte den Vorsprung, der nötig war, um das Comeback des Jahres wahr werden zu lassen. „Dass ich wieder spielen kann, das ist das Größte für mich. Ich bin froh, dass ich das erlebe“, sagt Müller. Sein Kumpel Andreas Renz fügt an: „Hoffentlich nehmen sich viele, die krank sind, an ihm ein Beispiel. Auch wir schauen alle zu ihm auf.“

Kölner Haie: Doyle (ab 52:19 R. Müller) - Mo. Müller, Pratt - Lüdemann, Julien - Trygg, Renz - Ankert - Adams, Piros, Rudslätt - Warriner, McLlwain, Melischko - Gogullas, Ullmann, Ma. Müller - Flaake. - Schiedsrichter: Klau (Sümmern). - Zuschauer: 13 143. - Straf minuten: Haie 8 / Ice Tigers 10. - Tore: 1:0 Marcel Müller (22:13), 2:0 Gogulla (28:10), 2:1 Peacock (35:13), 3:1 Lüdemann (42:36), 4:1 Rudslätt (44:32), 5:1 Gogulla (52:19).



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