Erstellt 16.11.08, 23:50h, aktualisiert 17.11.08, 19:51h
"Wir sind wirklich froh, euch zu sehen. Willkommen im All", sagte ISS-Kommandant Mike Fincke zur Begrüßung, nachdem sich die Luke im Verbindungsstück geöffnet hatte. Das "Haus" ISS müsse dringend überholt werden, erklärte der US-Astronaut seinen sieben Landsleuten, darunter fünf Männer und zwei Frauen. Vor dem Andockmanöver hatte das Space-Shuttle noch einen Looping geflogen: Die Rolle im All ermöglichte es der ISS-Besatzung unter anderem, den Hitzeschild an der Unterseite der "Endeavour" zu fotografieren, um mögliche Schäden aufzuspüren.
Neue Toilette
Die "Endeavour"-Besatzung soll unter anderen zwei neue Schlafkabinen in der ISS einbauen, außerdem Fitnessgeräte, eine zweite Toilette, zwei neue Kochöfen, einen Lebensmittelkühlschrank sowie ein Gefriergerät. Das US-Modul "Destiny" erhält eine Kombüse mit zwei Küchensets im Kofferformat samt Kühlschrank und Wasserspender. In ihr können sechs warme Mahlzeiten gleichzeitig angerichtet und die Astronauten mit heißem und kaltem Wasser versorgt werden.
Die neuen Schlafkojen werden im amerikanischen Verbindungsmodul "Harmony" installiert. Hierher können sich die Raumfahrer nach dem stressigen Bordalltag zurückziehen und auch ungestört per Laptop mit ihren Lieben kommunizieren.
Die zweite Toilette wird ebenfalls im "Destiny"-Modul untergebracht. Das bisher einzige "stille Örtchen" im russischen Segment der Station hatte in letzter Zeit nach vielen Jahren zuverlässiger Arbeit mehrfach den Dienst versagt. Den handwerklichen Fähigkeiten der Astronauten ist zu verdanken, dass es immer wieder mit Bordmitteln repariert werden konnte. Zeitweilig mussten die Männer und Frauen aber auf ein chemisches Behelfsklo in der "Sojus"-Kapsel ausweichen, die als "Rettungsboot" an der Station verankert ist. Zu der Toilette, die rund 20 Millionen Dollar gekostet hat, gehört auch ein neues Recyclingsystem, das Urin in Trinkwasser umwandelt.
Mit an Bord ist auch eine Kopie der Uno-Menschenrechtserklärung, die am 10. Dezember 1948 in Paris verabschiedet worden war. Das Dokument erhält einen Ehrenplatz im europäischen Forschungslabor "Columbus".
Vier Außeneinsätze
"Endeavour"-Kommandant Chris Ferguson und seiner Crew stehen während der 15-tägigen Mission vier "Weltraumspaziergänge" bevor. Dabei soll vor allem ein defektes Drehgestell an den Sonnensegeln repariert werden. Die Astronautin Sandra Magnus wird als neues Mitglied der 18. Stammbesatzung in der ISS bleiben. Sie löst ihren Landsmann Greg Chamitoff ab, der seit Juni als zweiter Bordingenieur in der Station arbeitet. Die Nasa erwägt inzwischen eine Verlängerung des Fluges um einen Tag, um mehr Zeit für die Erprobung der neuen Wasseraufbereitungsanlage zu haben.
Gemeinsam mit der Stammbesatzung werden die Gäste von der "Endeavour" am 20. November den 10. Jahrestag des ISS-Baubeginns und dann am 27. November das amerikanische Erntedankfest feiern. (ddp, afp)
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