Von Reiner Thies, 26.11.08, 10:29h
In Jinja, eine der größten Städte des Landes, nahe der Nilquelle, tritt Jan Stöber im zwei Monaten einen 14-monatigen Friedensdienst an. Er wird für das Projekt „Child Restoration Outreach“ arbeiten, das drei Heime für ehemalige Straßenkinder betreibt. Vermittelt wurde die Dienststelle von der christlich-ökumenischen Organisation „Eirene“ (griechisch für Frieden). Doch Nächstenliebe war nicht das einzige Motiv für Jan, und als frommer Missionar sieht er sich schon gar nicht: „Notleidende Menschen, denen man helfen könnte, gibt es auch in Deutschland. Ich wollte eine andere Kultur kennen lernen, die auf der anderen Seite der Welt liegt und unter einer Ausbeutung leidet, von der auch ich profitiert habe. So kann ich ein bisschen zurück geben.“
Und das auch im materiellen Sinn: Jan Stöber will einen möglichst hohen Beitrag zur Finanzierung seines Arbeitseinsatzes leisten. Deshalb hat er einen Unterstützerkreis gegründet und sammelt Spenden bei einem Benefizkonzert. Heute Abend lädt er alle Musikfreunde in den evangelischen Gemeindesaal ein.
Das Programm ab 19 Uhr bestreitet er mit hochkarätigen Musikern: Zuvorderst Jan Stöbers jüngerer Bruder Christoph, der am Klavier einen Bundessieg beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ errungen hat. Zudem tritt die Sopranistin Josephine Pilars de Pilar auf, bei der er Gesangsunterricht hatte. Jan Stöber selbst spielt seit zwölf Jahren Trompete, unter anderem in drei Ensembles, die an diesem Abend zu hören sind: dem Posaunenchor Remperg sowie den Bigbands der Musikschule Waldbröl und des Wiehler Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums: „Ich fiebere dem Tag entgegen“, schreibt er in der Einladung, „an dem ich so viele meiner musikalischen Wegbegleiter an einem Abend sehen und hören kann.“
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