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Nach einer Woche

Probleme mit dem Rauchverbot

Erstellt 02.12.08, 16:47h, aktualisiert 03.12.08, 14:58h

Leverkusen - Eine Woche nach dem Rauchverbot werden Probleme klar Einraumkneipen leiden unter Umsatzeinbußen - Die Kosten steigen und die Gäste sparen Der neue Vorstand des Leverkusener Gastronomiegewerbes muss an vielen Fronten kämpfen. VON HARTMUT ZITZEN Michael Heinisch vom Hotel Fück an der Kalkstraße kann sich nicht wirklich freuen: "Ich habe genug Platz, um den Schankraum zum Raucherbereich erklären zu können. Das kann der Kollege mit der Einraumkneipe schräg gegenüber nicht. Seit dem 1. Juli hat meine Gaststätte deshalb immer mehr Zulauf. Schön für mich, aber für den Kollegen ist das mittelfristig der Tod." Heinisch ist nicht nur Gastronom, sondern seit den jüngsten Wahlen auch Vorstandsmitglied der Kreisgruppe Leverkusen im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und somit geradezu verpflichtet, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Zusammen mit Christoph Becker, Geschäftsführer des Dehoga-Nordrhein, stellte sich der neue Vorstand am Mittwoch im Hotel Fück der Öffentlichkeit vor und informierte über die derzeit drängendsten Probleme der Branche. Elke Zäschke (Lindner-Hotel, Bay-Arena) als Vorsitzende, ihre Stellvertreter Heinisch und Heimo Förster (Bayer Gastronomie) werden von den Besitzern Egon Kiefer (Oase), Frank Eckert (Birkenstübchen), Christian Fingerhut (Brauhaus am Markt), Detlef Scharenberg (Hotel Astor) und Dirk Melzer (Metro Deutschland GmbH) unterstützt. Zu tun gibt es offenbar genug für alle, wie allein die Diskussion über das am 1. Juli in Kraft getretene Rauchverbot bewies. So sei die inzwischen von zahlreichen Wirten genutzte Möglichkeit, Raucherclubs zu gründen, zwar kein bequemes Hintertürchen, sondern eine vom Gesetzgeber bewusst und gewollt geschaffene Alternative. Doch sei das alles andere als befriedigend. Die Hoffnungen des Gastgewerbes richten sich deshalb auf den 30. Juli, wenn das Bundesverfassungsgericht über einige Musterklagen entscheidet. Nach der einen Woche, in der das Gesetz gilt, lasse sich nämlich schon heute beobachten, dass vor allem die Wirte der für das Rheinland typischen Einraumkneipen massive Umsatzrückgänge zugunsten von Gaststätten mit Raucherbereichen hinnehmen müssten, hieß es. Deshalb seien sich Verband und Mitglieder absolut einig, dass das "spanische Modell" mit einem Wahlrecht für inhabergeführte Schankwirtschaften die beste Lösung sei. Damit nicht genug, werde die Gastronomie aber nicht nur vom Gesetzgeber, sondern auch von den ins Uferlose gestiegenen Energiepreisen gebeutelt - und das gleich doppelt: Den stark gestiegenen eigenen Kosten stehe gleichzeitig nämlich ein deutlich sparsameres Konsumverhalten der Verbraucher gegenüber, die vielfach schlicht nicht mehr das Geld hätten, um auswärts essen zu gehen. Enorme Rundfunkgebühr Ein weiteres Ärgernis seien die in Europa einmaligen Urheber- und Rundfunkgebühren. So zahle ein 150-Betten-Hotel jährlich 23 042 Euro allein an GEZ-Gebühren. Im zweitteuersten Land Frankreich sei mit 11 554 Euro die Hälfte davon fällig, österreichische Hoteliers kämen gar mit 241 Euro pro Jahr davon. Ähnlich ungerecht sei der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent, denn fast alle anderen EU-Staaten verlangten ihren Gastronomen nur den ermäßigten Lebensmittelsteuersatz ab. Während diese Themen der großen Politik vorrangig vom Verband beackert werden müssen, will sich der Leverkusener Dehoga-Vorstand mit Macht auf die lokalen Probleme stürzen. Elke Zäschke kündigte an, den "Treffpunkt Leverkusen" wiederzubeleben, in dem sich nicht nur Gastronomen, sondern auch mittelbar vom Tourismus profitierende Unternehmen aus dem Einzelhandel, Banken und Versicherungen um eine Aufwertung des Standorts bemühen werden. Zwar habe Leverkusen als Industriestadt zwischen zwei großen Messestädten eindeutig ein Imageproblem. Aber gerade deshalb solle zusammen mit der städtischen Wirtschaftsförderung vor allem das Kongressmarketing angekurbelt werden. Die durchschnittliche Bettenauslastung von 39 Prozent lasse jedenfalls noch viel Luft nach oben. www.dehoga-nr.de Wie das Opladener "Godot" sind viele Kneipen in Leverkusen inzwischen zu Raucherclubs umfunktioniert worden. BILD: RALF KRIEGER

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