Erstellt 05.12.08, 12:34h, aktualisiert 05.12.08, 12:38h
Die Gebrauchtwagenhändler wollen die Autos schließlich irgendwie vom Hof haben. Also sind sie eher bereit, potenziellen Käufern Rabatte anzubieten. "Junge Gebrauchte werden zum Teil mit sehr hohen Nachlässen in den Markt gedrückt", sagt Siegfried Trede vom Marktforschungsunternehmen Deutsche Automobil Treuhand (DAT) in Ostfildern bei Stuttgart. Darunter seien auch viele Leasing-Rückläufer. "Festgelegte Restwerte bei den auslaufenden Leasing-Verträgen lassen sich einfach nicht mehr im Markt realisieren", erklärt Marktforscher Nick Margetts von Jato Dynamics in Limburg. Qualitätsbedenken müssen Verbraucher laut Siegfried Trede dabei nicht haben: "Das sind heute alles gute Fahrzeuge."
Welche Preisvorteile für Verbraucher drin sind, verdeutlicht er am Beispiel einer Mercedes E-Klasse: Der E 220 CDI kostete nach Listenpreis 2007 neu 40 500 Euro. Dem DAT-Marktspiegel zufolge werden für dieses Fahrzeug nach einem Jahr auf dem Gebrauchtmarkt im Schnitt nur noch 24 900 Euro verlangt. Das entspricht einem Preisvorteil von 38 Prozent für den jungen Gebrauchten gegenüber dem Neuwagen. "Das ist natürlich schon ein hoher Nachlass für so ein Auto", sagt Trede.
Experten: Der Preisverfall geht weiter
Vor diesem Hintergrund empfiehlt ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner Kaufinteressenten eine offensivere Verhandlungsstrategie. Sie sollten vom offiziellen Schätzpreis der Marktbeobachter weitere 15 Prozent abziehen und mit dieser Summe als Verhandlungsbasis ins Verkaufsgespräch gehen. Auch wenn sie sich mit dem Händler auf einen Preis dazwischen einigen, haben sie noch ein gutes Geschäft gemacht.
Besonders gute Karten haben laut Siegfried Trede Gebrauchtkäufer, die ein Fahrzeug in Zahlung geben wollen, das noch 6000 bis 10 000 Euro wert ist. "Diese Fahrzeuge werden gesucht. Davon hätten die Händler gerne mehr." Und wer nach dem Traumwagen aus zweiter Hand nicht bei Händlern, sondern in privaten Verkaufsanzeigen stöbert, ist ebenfalls im Vorteil. Wegen des Überangebots an Gebrauchtwagen haben private Verkäufer eine noch schlechtere Verhandlungsposition, so ACE-Sprecher Hillgärtner. Weil diese dem Käufer keine Garantien bieten, ist das Preisniveau beim Privatverkauf ohnehin niedriger. Hillgärtner rechnet hier daher mit einem noch weiter sinkenden Preisniveau.
Allerdings weist er darauf hin, dass es je nach Fahrzeugtyp und Fabrikat Unterschiede geben kann: "Dicke Brummer mit hohem Verbrauch sind Fahrzeuge, die derzeit bei den Preisen sehr stark nachgeben." Das bestätigt auch die Marktanalyse von Eurotax Schwacke, derzufolge bei sparsamen Kleinwagen noch kein Negativtrend auszumachen ist. "Die Preise der kleinen Gebrauchten sind relativ wertstabil und die Nachfrage ist stärker als in anderen Segmenten", sagt Stefan Spohn, Mitglied der Geschäftsführung. So ist ein drei Jahre alter Kleinwagen dem Marktbeobachter zufolge heute im Schnitt noch rund 8200 Euro wert. Besonders begehrt seien Modelle mit sparsamem Benzinmotor in der Preisklasse zwischen 5000 und 12 000 Euro. Am meisten nachgefragt würden die deutschen Modelle Ford Fiesta, Opel Corsa und VW Polo.
(dpa)
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