Von Barbara Kreuzer, 07.12.08, 15:54h
In ihrer Heimat ist die Sängerin, die ihre Lieder selbst schreibt und instrumental begleitet, längst ein Superstar und gilt als eine der besten Hosho-Rasselspielerinnen ihres Landes, zudem hat sie einen eigenen Musikstil an der Mbira, einem traditionell afrikanischen Daumenklavier geprägt. Kein Wunder also, dass der private Wohnraum bis auf den letzten Platz gefüllt ist, als die heute in Berlin lebende Sängerin die Bühne betritt.
Traditionell und typisch afrikanisch mag sie in ihrer Kleidung erscheinen, doch schnell wird klar, wie modern und emanzipiert Virginia Mukwesha ist: Eigentlich, so erzählt sie, sei Frauen das Spielen der Mbira verboten. Sie schließt die Augen, wiegt den Kopf zu den Rhythmen ihres Spiels. Sie entführt ihre Zuhörer in Savannen, unter Affenbrotbäume und in die Mitte tanzender Menschen.
Begleitet wird sie dabei von Assani Lukimaya an der Gitarre und den Trommelrhythmen Coco Matandos. Als sie singt, breitet sich ein zufriedenes Lächeln in ihrem Gesicht aus. Dann steht Virginia Mukwesha auf und tanzt. Auch der Tanz ist traditionell, „Jerusalem“ heißt er. Als den Frauen in der Kolonialzeit diese Tänze verboten werden, geben sie ihnen christlich anmutende Namen. Nur so dürfen sie weiter getanzt werden und können an spätere Generationen weitergegeben werden.
Im Befreiungskampf, bei den Versammlungen der Freiheitskämpfer, sang, spielte und tanzte Virgina Mukwesha ebenso, auch widmet sich die Künstlerin der Gleichberechtigung von Frauen, besonders dem in Ehe und Alltag. Ihre Texte sind provokant und witzig sie handeln von Liebe, Freude und Glück - schallender Applaus.
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