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NRW-Schulpolitik

Lehrer sollen bei Hausaufgaben helfen

Von Heinz Tutt, 15.12.08, 23:24h

Die verkürzte Mittelstufe als Folge des „Turbo-Abiturs“ bereitet vielen Schülern Stress. Deshalb fordert die FDP-Landtagsfraktion eine verbindliche Hausaufgabenbetreuung durch Lehrer. Die SPD kritisiert den Vorschlag; eine Initiative zur Einrichtung von Ganztags-Klassen findet dagegen Zustimmung.

Hausaufgaben-Hilfe in NRW?
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Hausaufgabenbetreuung in der Schule mit hilfreichen Tipps von den Fachlehrern - das wünscht sich die FDP für alle Gymnasien, um die Folgen des Turbo-Abiturs zu bewältigen. (Archivbild: Gisela Schwarz)
Hausaufgaben-Hilfe in NRW?
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Hausaufgabenbetreuung in der Schule mit hilfreichen Tipps von den Fachlehrern - das wünscht sich die FDP für alle Gymnasien, um die Folgen des Turbo-Abiturs zu bewältigen. (Archivbild: Gisela Schwarz)
DÜSSELDORF - An den Gymnasien in Nordrhein-Westfalen soll eine verpflichtende Hausaufgabenbetreuung angeboten werden. Das fordert die FDP-Fraktion im Landtag. Fraktionschef Gerhard Papke hält Verbesserungen an den Gymnasien für dringend erforderlich. Mit der Umstellung auf den achtjährigen Bildungsgang am Gymnasium sei er „noch nicht zufrieden“. Bei vielen Eltern und Schülern sei nach der Verkürzung der Sekundarstufe „ein Gefühl der Überforderung“ entstanden. Derzeit müssten Kinder und Jugendliche nach dem Unterricht, der oft bis in den Nachmittag gehe, noch mehrere Stunden lang Hausaufgaben erledigen. Die Schüler brauchten jedoch auch Phasen der Entspannung und Zeit für außerschulische Aktivitäten. Papke: „Wir halten es deshalb für zwingend notwendig, den Schulunterricht im verkürzten Bildungsgang altersgerecht zu gestalten und stärker an den Bedürfnissen der Kinder auszurichten.“

Die bildungspolitische Sprecherin der FDP, Ingrid Pieper-von Heiden, erläuterte gestern das Konzept. Von den 163 Gesamtwochenstunden der Sekundarstufe 1 an Gymnasien fallen bisher 153 auf den Fachunterricht und zwölf Stunden auf Ergänzungsstunden. Diese Ergänzungsstunden wurden bislang für individuelle Förderung der Schüler sowie Förderung im Klassenverbund verwendet. Die FDP schlägt vor, künftig diese zwölf Stunden ausschließlich für begleitende Hausaufgabenbetreuung zu verwenden. Dort könnten sich die Schüler nachmittags bei Hausaufgaben-Problemen direkt an die Fachlehrer wenden.

Nach den FDP-Plänen würde in Klasse 5 und 6 wöchentlich an drei Tagen jeweils eine Stunde fachliche Hausaufgabenbetreuung angeboten. In Klasse 7 bis 9 würde das Angebot auf zwei Wochentage mit jeweils einer Stunde beschränkt. „In diesen Stunden sind die Fachlehrer dazu verpflichtet, in den jeweiligen Räumen für die Klärung offener Fragen aus dem Unterricht und für die Hilfe bei den Hausaufgaben zur Verfügung zu stehen“, erklärte Pieper-von Heiden. Ob das Konzept „Hausaufgabenbetreuung in der Schule“ angewendet werde, müsse die jeweilige Schulkonferenz entscheiden.

Kritik von der SPD

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ute Schäfer kritisierte die FDP-Pläne: „Sie sind nicht vereinbar mit den Vorgaben der Kultusministerkonferenz“, warnt sie. „Die FDP im Düsseldorfer Landtag gefährdet die bundesweite Anerkennung des nordrhein-westfälischen Abiturs, da die Herauslösung von zwölf Stunden für die Hausaufgabenbetreuung de facto eine massive Unterschreitung der vorgeschriebenen Mindestwochenstundenzahl bedeutet.“

Ein weiterer FDP-Vorschlag zur Schulpolitik stößt bei der SPD hingegen auf Zustimmung. Papke hatte vorgeschlagen, den Gymnasien und Realschulen bei der Einführung von Ganztagsunterricht mehr Flexibilität zu gewähren. Bis 2010 soll an insgesamt 216 Realschulen und Gymnasien in NRW Ganztagsunterricht ermöglicht werden. Diese Anzahl könnte nach Ansicht Papkes beträchtlich gesteigert werden, wenn Realschulen und Gymnasien entscheiden könnten, lediglich teilweise ein Ganztagsangebot vorzuhalten. „Gerade im ländlichen Bereich würde dies zu mehr Wahlmöglichkeit führen“, sagte Papke. Die SPD habe einen entsprechenden Antrag für die nächste Landtagssitzung vorbereitet, sagte Schäfer. „Die FDP muss nur zustimmen.“



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