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Sparkasse Köln/Bonn

Institut braucht frisches Kapital

Von Corinna Schulz und Günther M. Wiedemann, 15.12.08, 19:57h

Der rheinische Sparkassenverband übernimmt von der Sparkasse Köln/Bonn Genussscheine im Wert von 300 Millionen Euro. Insider sprechen von dringendem Kapitalbedarf bei den rheinischen Bankern - auch nach der bewilligten 350-Millionen-Spritze aus dem Kölner und Bonner Rathaus.

Sparkasse Köln-Bonn
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Insgesamt 300 Millionen Euro will sich die Sparkasse Köln-Bonn über die Ausgabe von Genussscheinen an den rheinischen Sparkassenverband besorgen. (Bild: Hennes)
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Insgesamt 300 Millionen Euro will sich die Sparkasse Köln-Bonn über die Ausgabe von Genussscheinen an den rheinischen Sparkassenverband besorgen. (Bild: Hennes)
KÖLN - Die Sparkasse Köln-Bonn will sich trotz der gerade beschlossenen Kapitalerhöhung durch die Städte Köln und Bonn in Höhe von 350 Millionen Euro weiteres frisches Eigenkapital besorgen. Rund 300 Millionen Euro sollen durch die Ausgabe von Genussscheinen in die Kasse des Geldinstituts fließen. Diese werden aber nicht, wie in der Vergangenheit am freien Kapitalmarkt platziert, da der Markt im Zuge der Finanzkrise „ausgetrocknet“ ist. Hier sind die Papiere derzeit nicht mehr zu verkaufen.

Der rheinische Sparkassenverband hat deshalb am Montag beschlossen, der bundesweit zweitgrößten deutschen Sparkasse zu helfen. Der Verband zeichnet die Genussscheine der Sparkasse, die die Kölner „marktüblich verzinsen“ müssen, heißt es in Sparkassenkreisen. Die Laufzeit der Papiere liegt zwischen fünf und sieben Jahren. Bankvertreter legen wert auf die Feststellung, es sei nichts ungewöhnliches, dass man Genussscheine ausgebe, um frisches Kapital zu bekommen. In Verbandskreisen wird dagegen eingeräumt, dass es „nicht häufig“ vorkomme, einer einzelnen Sparkasse auf diese Art helfen zu müssen. Insider werten den Schritt daher als Indiz für den dringenden Kapitalbedarf des Instituts.

Erst Anfang Dezember hatten die Städte Köln und Bonn nach monatelangen Streitigkeiten eine Kapitalspritze für ihre Sparkasse in Höhe von 350 Millionen Euro in Form einer stillen Einlage beschlossen. Davon sollen 300 Millionen Anfang 2009 fließen, die restlichen 50 Millionen will Köln in den darauf folgenden Monaten zuschießen.

Hohes Kreditvolumen

Sparkassensprecher Norbert Minwegen bestätigte gestern, das das Institut Genussscheine an den Verband abgeben werde. Mit der Ausgabe wolle man auslaufende Tranchen ersetzen und zudem die Eigenkapitalbasis stärken. Derzeit liege die Eigenkapitalquote bei zehn Prozent, nach der Ausgabe werden es elf Prozent sein. Gründe für den Kapitalbedarf sei vor allem das hohe Kreditvolumen, das die Sparkasse Köln-Bonn bereits an ihre Kunden vergeben habe - im Oktober belief es sich auf 500 Millionen Euro - und auch künftig vergeben wolle. Als öffentliches Geldinstitut wolle man auch in Zeiten der Krise seinem Auftrag nachkommen, Unternehmen und Privatkunden der Region mit Kapital zu versorgen.

Zudem habe das Institut aber auch unter der schlechten Entwicklung an den Aktienmärkten zu leiden. Unternehmenskreisen zufolge besteht zudem die Möglichkeit, dass die WestLB, zu deren Eigentümern die Sparkasse gehört, eine zweite Tranche aus dem Rettungspaket in Höhe von bis zu 55 Millionen Euro bis zum Jahresende in Anspruch nehmen könnte.



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