Von Uwe Schäfer, 17.12.08, 21:24h
„Wir bemühen uns schon seit vier Jahren um berufliche Perspektiven der oft hoch qualifizierten Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion“, betont Joachim Hochdörfer, Vorstand des Kultur- und Integrationszentrums Phoenix in Köln. In seinem Verein betreiben hauptsächlich russisch sprechende Menschen Integrationsarbeit. „Es muss doch möglich sein, diese Menschen entsprechend ihrer Ausbildung arbeiten zu lassen und nicht in Tätigkeiten zu drängen, für die sie überqualifiziert sind“, so Hochdörfer. Der Verein suchte Partner, um diese Ziele zu verwirklichen.
Im September 2007 kam der Durchbruch. „Auf einem Empfang im Kölner Rathaus konnte ich Verantwortliche aus Politik und Verwaltung für das Projekt interessieren“, berichtet der Phoenix-Vorstand. Es begannen Verhandlungen mit dem Schulamt und der Arbeitsagentur. Schulamts-Direktorin Monika Janssen will die Kursteilnehmer nach ihrem Abschluss im Ganztagsbereich von Haupt- und Gesamtschulen einsetzen. „Ich habe schon beste Erfahrungen mit russisch sprechenden Kollegen gemacht und sehe diese neuen Kollegen als große Bereicherung“, begründet sie ihre Unterstützung. Da Mehrsprachigkeit eines der Ziele Kölner Schulpolitik sei, passe das Projekt sehr gut. „Auch uns ist die Entscheidung leicht gefallen, dieses Projekt zu unterstützen“, sagt Klaus Müller-Starmann, Geschäftsführer der Arge Köln. Den Ausschlag für die Förderung der Qualifizierungsmaßnahme - die Kosten betragen 140 000 Euro - habe die Zusage des Schulamts gegeben, alle Kursteilnehmer in eine Festanstellung zu übernehmen. Müller-Starmann: „So können sie ihren Lebensunterhalt wieder aus eigener Arbeit bestreiten.“ Als Träger der Qualifizierungsmaßnahme konnte das Berufsfortbildungswerk (Bfw) des Deutschen Gewerkschaftsbunds gewonnen werden.
Elvira Lorenz freut sich schon auf ihre zukünftige Aufgabe: „Ich kann gar nicht sagen, wie froh ich bin.“ Sie, ihre Kolleginnen Olga Hohnstein oder Tatjana Dubrowa und die Mehrheit der anderen Kursteilnehmer waren bisher Bezieher von Arbeitslosengeld II. „Zeitweise habe ich mich auch mit Ein-Euro-Jobs beispielsweise im Jugendzentrum Glashütte in Porz oder in Chorweiler durchgeschlagen“, so Lorenz. Nun habe sie aber eine Perspektive, ihre pädagogischen Fähigkeiten in einer Festanstellung unter Beweis zu stellen.
Anerkennung russischer Diplome
22.12.2008 | 12.23 Uhr | liberaler
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