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„La Pachamama“

Pastete passt zum Pisco sour

Von Helmut Gote, 19.12.08, 15:31h, aktualisiert 02.01.09, 15:19h

Eine südamerikanische Chili-Sorte, in Peru „Aji“ genannt, ist in unterschiedlicher Dosierung Zutat vieler Speisen im „La Pachamama“. Auch darüber hinaus stehen viele nicht so bekannte, aber sehr schmackhafte Gerichte auf der Speisekarte.

Restaurant-Kritik Gote
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Viel Folklore und authentische Spezialitäten gibt es im „La Pachamama“. (Bild: Worring)
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Viel Folklore und authentische Spezialitäten gibt es im „La Pachamama“. (Bild: Worring)
Wenn man so wie ich eine typische Landesküche von der anderen Seite der Erdkugel noch nie vor Ort ausprobiert hat, dann ist die Speisekarte so ähnlich wie die Routenplanung durch unbekanntes Gebiet - man liest all die fremden Namen, kann sich aber nichts darunter vorstellen. Da es bei authentisch peruanischen Gerichten, die es in diesem folkloristisch ausgestatteten Spezialitäten-Restaurant gibt, vermutlich nicht nur mir so geht, helfen die deutschen Erläuterungen am Beispiel eines Gerichts namens „Inchicapi“ auf der Speisekarte natürlich erheblich, und ein freundlicher, gut Deutsch sprechender Besitzer natürlich noch viel mehr.

Das ist Juan Urquizo, der sich nicht nur als Gastgeber, sondern auch als kulinarisch-kultureller Botschafter seiner Heimat versteht, der gerne zusätzliche Fragen beantwortet und bei der Bestellung der „Inchicapi“ stolz verkündet, dass man diese Suppe europaweit nur bei ihm bekommt, weil sie nach dem traditionellen und natürlich geheimen Rezept seiner Mutter zubereitet ist.

Lecker und unvergleichbar

Nicht nur deswegen würde ich sie immer wieder essen, sondern weil diese herzhafte grüne Suppe (5,25 Euro) auf der Basis hausgemachter Hühnerbrühe mit geriebenen Erdnüssen, Hühnchenfleisch, Yuccastücken und Koriander sehr lecker und mit keiner anderen Suppe vergleichbar ist, die ich jemals gegessen habe. Gut geschmeckt haben auch alle anderen Vorspeisen und Hauptgänge, die alle frisch zubereitet werden und oft - aber immer unterschiedlich scharf - mit südamerikanischen Chili-Sorten, die in Peru Aji heißen, abgeschmeckt sind.

Eine gelbe Aji-Sorte sorgt etwa beim Aji de Gallina (11,95 Euro), das ähnlich wie ein indisches Curry aussieht, für eine hintergründig aromatische Schärfe, die sehr gut zum zarten Hühnchenfleisch, den gehackten Walnüssen und anderen original-peruanischen Gewürzen passt. Schon schärfer ist die Paella auf peruanische Art mit Reis, knackig sautierten Garnelen, Erbsen und roten Paprika, mit gelbem Aji, Koriander und Weißwein gegart (14,25 Euro). Beim Seco de Cordero (13,95 Euro) ist dann für mich genau die Grenze der Schärfe erreicht, ab der die anderen Geschmacksnuancen untergehen würden: saftiges, in rotem Aji, Zwiebeln, Knoblauch, Koriander und Bier geschmortes Lammfleisch mit dunkler Sauce und Reis, der zu allen Hauptgerichten serviert wird.

Pastete mit Mayonnaise übergossen

Bei den Vorspeisen beeindruckte vor allem die Causa limena (5,25 Euro), eine mit pikanter Mayonnaise übergossene Pastete aus Kartoffelpüree, die mit zerdrückten gekochten Eiern und Krabben gefüllt ist. Und die frittierten Maniokwurzeln mit einer dicken, natürlich wieder Aji-scharfen Creme aus Ziegenfrischkäse und Milch könnten Sie eigentlich schon gleich als Auftakt zum hervorragenden Cocktail-Klassiker „Pisco sour“ als Aperitif (5,25 Euro) bestellen. Das ist ein peruanischer Aquavite aus Trauben, der stilecht mit Eiweiß und Zitronensaft gemixt und mit Zimt bestreut ins schlanke Sektglas kommt.

Dann zum Schluss noch die peruanische Variante einer schön süßen Creme Caramel (3 Euro) oder die absolut exotische Mazamorra (3,50 Euro): heißes, leicht flüssiges und rotschwarzes Mais-Gelee mit Apfel- und Ananastücken sowie Rosinen darin - fruchtig-süß und das gelungene Ende einer sehr interessanten Reise durch ungewöhnliche und sehr sorgfältig zubereitete Spezialitäten, die ich jedenfalls so bisher überhaupt noch nicht kannte.

La Pachamama
Roonstr. 36
50674 Köln
Tel.: 02 21/24 42 25
Öffnungszeiten: montags bis samstags 18.30 Uhr bis 24 Uhr, sonntags geschlossen.



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