Von Christiane Mitatselis, 04.01.09, 19:44h
Pawlow spielt mit Krefeld eine starke Saison und kann sich den Luxus erlauben, ästhetische Ansprüche an die Auftritte seines Teams zu stellen; ganz im Gegensatz zu den Haien, die sich in diesen elenden Zeiten an kleinen Dingen erfreuen müssen. So stellte KEC-Manager Rodion Pauels fest, die Haie hätten sich „schon anders verkauft als in den anderen Spielen gegen Krefeld.“ Schwierig war das nicht, denn die KEC-Leistungen der ersten beiden Partien gegen die Niederrheiner waren kaum zu unterbieten. Einmal hatte KEC 1:6, ein anderes Mal 0:6 verloren.
Gestern gingen die Kölner sogar mit 2:0 in Führung. Christoph Ullmann traf zweimal auf Vorlage von Philip Gogulla (4., 26. Minute). Überhaupt war die deutsche Reihe, in der auch Christoph Melischko stürmte, der mit Abstand stärkste Teil der Kölner Mannschaft. Gute Noten verdiente sich ansonsten lediglich Torhüter Frank Doyle. Nach dem 2:0 hatten die Kölner Möglichkeiten, auf 3:0 zu erhöhen. Sie nutzten sie nicht - womit die Dinge den üblichen Lauf nahmen: Die Haie kassierten prompt den Anschlusstreffer durch Philip Riefers (34.). Umgehend brach Versagensangst im nervenschwachen Haie-Team aus. Dadurch kamen die Krefelder zwangsläufig richtig ins Spiel - obwohl sie, wie Pawlow richtig feststellte, nicht ihren besten Tag hatten. Die Kölner Stellungsfehler häuften sich, die Haie verteidigten nicht mehr konsequent und so glich Linn Lyons für den Meister von 2003 aus (47.), Charlie Stevens brachte Krefeld mit 3:2 in Führung (52.). Zwar traf Gogulla noch zum 3:3, doch kurz bevor die Verlängerung begann, handelte sich der ungeheuer schwache Tscheche Kamil Piros eine Strafe ein - womit die Kölner in Unterzahl in die Verlängerung gehen mussten. 76 Sekunden überstanden sie im Spiel drei gegen vier, bevor Dusan Milo den KEV-Sieg perfekt machte.
Gefragt, warum die Haie immer wieder von Nervosität heimgesucht würden, sagte Ullmann: „Wenn wir das nur wüssten. Dieser Virus scheint auf jeden Fall ansteckend zu sein.“ Nach Ausreden suchte der Nationalspieler nicht, das tat dafür der Manager, der die schlechte Personallage als Erklärung für das Versagen anführte (Marcel Müller, Jerome Flaake und Todd Warriner fehlen zurzeit). „Uns fehlt die Kraft“, erklärte Pauels. Zudem sei der DEL-Spielplan so eng, dass die Haie nicht richtig trainieren, sondern nur Regenerations-Einheiten absolvieren könnten.
Die nächste offizielle Einheit steht am Dienstagabend (19.30 Uhr) im Heimspiel gegen Frankfurt an.
Kölner Haie: Doyle - Lüdemann, Julien - Mo- Müller, Trygg - Renz, Ankert - Dmitriev, Piros, Rudslätt - Adams, McLlwain, Sturm - Gogulla, Ullmann, Melischko - Ohmann, Pratt. - Zuschauer: 11 263. - Schiedsrich ter: Schimm (Waldkraiburg). - Strafminuten: Köln 6 / Krefeld 4. - Tore: 1:0 Ullmann (3:39), 2:0 Ullmann (25:59), 2:1 Riefers (33:45), 2:2 Loyns (46:09), 2:3 Stephens (51:13), 3:3 Gogulla (55:15), 3:4 Milo (61:16).
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